Galapagos (Ecuador)

Nachdem wir fast drei Wochen auf dem ecuadorianischen Festland verbracht haben, startete unsere Reise auf die Galapagosinseln von Guayaquil aus. Am 31. Oktober landeten wir auf der Insel Santa Cruz.

Die Galapagosinseln kann man auf verschiedene Arten bereisen. Einige buchen sich eine reine Schiffreise, die innerhalb von einigen Tagen verschiedene Inseln abklappert oder begeben sich auf ein Tauchboot und konzentrieren sich auf die Unterwasserwelt. Diese Optionen kamen für uns nicht infrage, da Kevin keine Lust hatte eine Woche mit denselben Personen auf einem Boot zu sein (ich war im Nachhinein betrachtet auch nicht unglücklich darüber) und Tauchboote bieten eben nur das Tauchen an und machen keinen Halt an Land. Zudem sind beide Optionen sehr kostspielig. Darum entschieden wir uns Inselhopping zu betreiben und Tagestouren zu unternehmen.

Wir haben im Voraus schon sehr viel Positives über die Galapagosinseln gehört, vor allem darüber, wie es überall – an Land und im Meer – von Tieren wimmelt, die überhaupt nicht von den Tourengängern beeindruckt sind und man sie dementsprechend von sehr nah und überall betrachten kann. Irgendwie waren wir dann aber trotzdem überrascht, wie sehr das zutraf. Anders als im Zoo, konnte man sie hier auch beim jagen, Nachwuchs füttern, spielen und streiten beobachten und war «mittendrin statt nur dabei». 

Santa Cruz

Gestartet hat unser achttägiger Aufenthalt auf der Insel Santa Cruz. Die Ankunft war etwas mühsam. Vom Flughafen nimmt man zunächst einen Bus, dann eine Fähre und dann wieder einen Bus, um in die einzige grössere Stadt der Insel zu kommen. Selbstverständlich bezahlt man alles separat, so dass man alle paar Minuten wieder ein paar Dollars hervorkramen muss. Auf Santa Cruz hatten wir eine Unterkunft gebucht (Hostal la Mirada del Solitario George), die uns wärmstens empfohlen worden ist. Die Besitzer/Mitarbeiter der Unterkunft haben mit uns das ganze Programm der nächsten Tage geplant und die Touren für uns gebucht, was uns eine sehr grosse Hilfe war. Abends schlenderten wir noch durch Puerto Ayora – den Hauptort der Insel Santa Cruz, bevor es dann in den Folgetagen mit den Ausflügen los ging. 

Nord-Seymour und Isla Mosquera

Unsere erste Tagestour führte auf die Insel Nordseymour, die etwas im Norden von Santa Cruz liegt. Dort wanderten wir etwa eine Stunde umher, sahen Fregattvögel mit ihren rot aufgeblasenen Hälsen, Landleguane, Blaufusstölpel sowie Seelöwen. 

Wieder zurück auf dem Boot fuhren wir auf die benachbarte Insel Mosquera. Dort hatten wir die Möglichkeit, den Strand und die viiielen verspielten Seelöwen zu beobachten, während unser Guide uns mit interessanten Fakten zu Tieren und der Natur versorgte. So verschwand auch meine anfängliche Euphorie über ein Seelöwenbaby, als der Guide erläuterte, dass dieses wahrscheinlich von seiner Mutter verstossen worden war und vermutlich bald das Zeitliche segnen wird. Aber so ist die Natur leider. 

Nach dem Strandspaziergang hatten wir noch die Möglichkeit mit den Seelöwen zu schnorcheln, was eine echt tolle Erfahrung war. Denn die Seelöwen haben nicht nur miteinander gespielt, teilweise haben sie auch nach unseren Flossen und GoPros geschnappt :). Danach ging es wieder zurück nach Puerto Ayora.

Daphne Mayor

Für den Folgetag hatten wir eine Schnorcheltour bei der Insel Daphne Mayor gebucht. Das Boot – deutlich kleiner und wackliger als am Vortag – lud uns bei der Insel ab und wir hatten keine andere Wahl, ausser ins kalte Wasser zu springen. Ehrlichgesagt war der erste Schnorchelgang relativ unspektakulär, abgesehen von einigen Schwärmen von Sardinen. Was man auf den Galapagosinseln zudem nicht erwarten darf, sind super farbige Korallenriffe. Das hat dann auch dazu geführt, dass wir froh waren, wieder aus dem Wasser zu sein. Als nächstes schnorchelten wir in der Nähe von Daphne Mayor bei einem Felsen, der aus dem Wasser ragte. Da es dort relativ starke Strömungen hatte, tummeln sich gelegentlich etwas grössere Tiere rum. Wir konnten einige Haie sichten, mehr aber auch nicht. 

Nach den Schnorchelgängen, wurden wir noch an einen Strand gebracht, der bereits wieder zur Insel Santa Cruz gehört hat. Dieser war dann auch das Highlight unseres Tages, da das Wasser türkis und klar war, der Sand hell und der Strand leer – mal abgesehen von einigen Pelikanen und Schildkröten, die hin und wieder an die Oberfläche kamen um Luft zu holen. 

Abends begaben wir uns – dank dem Hinweis unseres Hostels – an einen Empanadastand neben dem lokalen Markt und wurden definitiv nicht enttäuscht. Die Empanadas wurden frisch vor unseren Augen zubereitet, waren günstig und haben so gut geschmeckt, sodass wir im Verlauf der Woche gleich ein zweites Mal hin sind J.

Tauchen bei Isla Mosquera und Seymour Norte

Nach einer etwas enttäuschenden Schnorcheltour am Vortag wollten wir nun endlich tauchen gehen. Wenn man nicht so viele Tauchgänge vorweisen kann, ist die Auswahl auf den Galapagos etwas eingeschränkt, denn an vielen Tauchplätzen sind aufgrund der Strömungen Mindesttauchgänge vorgeschrieben. Dennoch hoffte ich zumindest darauf, dass wir trotzdem Hammerhaie sichten werden.

So wurden wir also bei der Isla Mosquera ins unruhige Wasser gelassen. Kurz nachdem wir auf unserer angestrebten Tiefe waren, wurde dieser Wunsch dann auch schon erfüllt. Etwa 8-10 Meter von uns entfernt, liessen sich zwei Hammerhaie blicken. Ich war so baff, dass ich fast vergass anständig zu atmen – typisch. Danach schwammen uns noch einige Rochen über den Weg, Seegurken, eine Schlange und seeehr viele Fische. Und dann wars dann auch schon vorbei mit dem ersten Tauchgang.

Für den zweiten Tauchgang begaben wir uns nach Seymour Norte und auch dort sollten wir schon bald wieder 3-4 Hammerhaie sehen (und einen Baby-Hammerhai <3). Im Vergleich zum ersten Tauchgang sahen wir noch eine Schildkröte, einen Black Jack und noch mehr Fische. Es war wirklich wie in einem Aquarium. Im Nachhinein hätten wir uns gewünscht, statt zu schnorcheln am Vortag noch einen zusätzlichen Tauchtag eingelegt zu haben. Vor allem nachdem uns der Tauchguide am Abend gesagt hatte, dass er uns, nachdem er mit uns getaucht ist, problemlos an die anspruchsvolleren Tauchspots mitgenommen hätte. Naja, im Nachhinein ist man bekanntlich schlauer.

Isla Bartolomé

Bei unserem letzten Tagestrip von der Insel Santa Cruz aus, verschlug es uns auf die Insel Bartolomé, die etwa eine 2h Bootsfahrt entfernt liegt. Dort angekommen wanderten wir auf einen Aussichtspunkt hoch, von dem sich eine wunderschöne Aussicht bietet.

Aussicht der Insel Bartolomé (mit dem Pinnacle rechts)

Das Bild dieses Ausblicks ist auch omnipräsent in allen Galapagoskatalogen. Die lange Anfahrt hat sich allemal gelohnt, denn nebst der Aussicht, war auch der Weg dort hinauf, durch eine karge Lavalandschaft eindrücklich. 

Pelikan auf der Isla Bartolomé

Wieder unten angekommen, konnten wir um den «Pinnacle» schnorcheln, was toll war. Nebst einer guten Sicht unter Wasser, hatte es Unmengen Fische, Pinguine, einen Stachelrochen und erneut verspielte Seelöwen. Da Bartolomé aber etwas weiter von Santa Cruz entfernt ist, mussten wir nach dem Schnorcheln auch gleich wieder zurückfahren.

Isla Isabela

Nachdem wir nun 5 ganze Nächte auf der Isla Santa Cruz verbracht hatten, war es an der Zeit die Tapeten zu wechseln. Also schnappten wir uns ein Schnellboot, welches uns innerhalb von zwei Stunden auf Isla Isabela brachte, welche westlich von Santa Cruz liegt. Natürlich kann man auch hier nicht einfach in das Schnellboot steigen. Man bezahlt zuerst eine Hafengebühr, dann ein Taxi-Boot, das einen zum 2 Minuten entfernten Schnellboot fährt und bei der Ankunft nochmal das gleiche Spiel. Man hat deshalb sein Geld am besten immer griffbereit. 

Los Tuneles

Auf Isla Isabela, welche grösser ist als Santa Cruz, aber deutlich weniger bevölkert, könnte man wohl mehrere Tage verweilen, jedoch blieb uns dafür leider keine Zeit. Also haben wir uns für die Los Tuneles Tour entschieden. Ein Boot brachte uns zuerst zu einem Schnorchelplatz, wo wir viele Haie und andere Tiere sehen sollten. Das hat sich dann schlussendlich auch bewahrheitet. Obwohl die Sicht nicht so gut war, haben wir unter den Felsen (die durch Lamaströme und/ -gase geformt worden sind) dutzende Riffhaie gesehen. Ich will nicht übertreiben, aber das war echt spektakulär :D. Nebst den Haien haben wir viele Schildkröten (eine hatte einen unglücklichen Zusammenstoss mit Kevin), drei Pinguine, einen Stachelrochen und ein Seepferdchen gesehen. Alles in allem war das ein sehr erfolgreicher Schnorchelausflug und auch die Schildkröten wussten nun, dass der König von Lenzburg auf der Insel angekommen ist.

Pinguine und Seelöwen, die wir während der Bootsfahrt gesehen haben (wegen diesem Fotoversuch wäre ich fast aus dem Boot gefallen – hat sich gelohnt)

Nachdem wir die «Tuneles» unter Wasser betrachtet haben, begaben wir uns an einer anderen Stelle an Land. Vor hunderten von Jahren haben Lavaströme Tunnel geformt, die heute wie Kanäle aussehen, die man gelegentlich aufgrund natürlicher Brücken überqueren kann. Diverse Kakteen zieren die Landschaft, im Hintergrund kann man die Vulkane von Isla Isabela betrachten und hin und wieder läuft man an einem Blaufusstölpel vorbei. Im klaren, blauen Wasser haben wir zudem immer wieder Schildkröten gesehen. Alles in allem war das wohl unsere liebste Galapagos-Tour.

Wir haben eine Nacht auf der Isla Isabela verbracht, bevor wir am nächsten Morgen das Schnellboot zurück nach Santa Cruz nahmen. Ursprünglich wollten wir dort noch einen PCR Test für unsere Weiterreise machen, was dann ganz spontan nicht geklappt hat. Daher haben wir uns noch die Charles Darwin Station angeschaut, welche sich in der Nähe von Puerto Ayora befindet. Nebst einigen Informationen zu Flora und Fauna der Galapagosinseln, kann man dort auch Galapagos Riesenschildkröten betrachten. Denn diese haben wir noch nicht gesehen und ich wollte mir die Tiere nicht entgehen lassen. Ein wildes Rudel dieser Schildkröten könnte man auch im Zentrum der Insel beobachten, aber für das hat die Zeit vor der Weiterreise nicht mehr gereicht.

Am späten Nachmittag nahmen wir das nächste Schnellboot, welches uns in Richtung Osten auf die Insel San Cristobal brachte.

San Cristobal

Unser letzter Stopp auf den Galapagosinseln war die Insel San Cristobal, welche sich am weitesten im Osten befindet und auch eine der ältesten Galapagosinseln sein soll. Wir hatten einen ganzen Tag Zeit auf San Cristobal und darum haben wir uns für eine Bootstour rund um die Insel entschieden. Tauchen soll man dort auch sehr gut können, nur leider lag das nicht mehr drin, da wir tags darauf geflogen sind und davon aus gesundheitlichen Gründen abgeraten wird. 

Kicker Rock

Unser erster Halt auf der Tour war der Kicker Rock, welcher eindrücklich aus dem Wasser ragt. Nachdem wir den Felsen einmal umrundet haben, durften wir ins eiskalte Wasser springen, um die Unterwasserwelt zu erkunden. Bei unserem Aufenthalt im November war das Wasser stetig kalt, aber so kalt wie dort war es fast nirgends. Anfangs waren wir leicht irritiert, da wir fast nichts gesehen haben. Aber als wir dann durch einen Kanal zwischen den Felsen geschwommen sind, hat es auf einmal von Fischen gewimmelt. Zudem war das der erste Ort auf den Galapagosinseln, wo wir effektiv farbige Korallen gesehen haben. Dies gepaart mit Schwärmen von Fischen war ein echtes Erlebnis. Aber nach ca. 30-40 Minuten wollten wir zurück aufs Boot, da wir schlichtweg durchgefroren waren und die starke Strömung uns zuletzt etwas gar stark durchgeschüttelt hat.

Der nächste Halt auf der Umrundung war der Strand «Bahia Sardina», wo wir spazieren, die Landschaft geniessen und den Seelöwen beim rumtummeln zusehen konnten. Es wäre fast perfekt gewesen, wenn da nicht diese blöden Stechfliegen gewesen wären, die logischerweise nur mich attackiert haben. Vor Kevin hatten sie den nötigen Respekt. Auf dem Weg an den nächsten Strand wurde die Angelrute ausgeworfen und tatsächlich, ein Gelbflossenthunfisch hat angebissen. Der Kampf zwischen unserem Guide und dem Thunfisch hat einige Minuten gedauert und dann musste sich der Thunfisch seinem Schicksal ergeben. Anschliessend hat es Sashimi (roher Fisch) für einige Interessierte gegeben. Laut Kevin war es das beste Sashimi, welches er je gegessen hat.

Unser letzter Halt war der Strand «Bahia Rosa Blanca», wo wir zuerst schnorcheln gehen konnten und danach noch kurz am Traumstrand verweilten. Der Schnorchelplatz war nach einem kurzen Fussmarsch erreicht. Auf dem Weg sichteten wir noch eine Gruppe Blaufusstölpel, welche netterweise für Fotos posiert haben.

Im Wasser haben wir dann erstmal gar nichts gesehen und waren schon kurz etwas stutzig. Jedoch wenn man an gewissen Stellen etwas heruntergetaucht war, hat es von Riffhaien gewimmelt, welche man von der Oberfläche schlichtweg nicht gesehen hat. Aber fast noch mehr hat mir gefallen, dass es in diesem Gewässer unzählige Schildkröten hatte. So viele, dass ich fast eine Frontalkollision mit einer hatte. Zurück am Strand mussten wir meines Erachtens viel zu schnell wieder zurück aufs Boot und zurück nach Puerto Baquerizo (dem Hauptort von San Cristobal).

Damit war leider auch unsere Zeit auf den Galapagosinseln schon vorbei. Unsere Erwartungen waren relativ hoch, einfach schon wegen allen Reiseberichten von Freunden und Bekannten. Aber diese Erwartungen wurden nochmal übertroffen, einfach weil die Tierwelt über und unter Wasser sowie die Landschaft so eindrücklich und vielfältig waren. Wir hätten uns gewünscht, dass wir uns noch etwas mehr als 8 Tage Zeit gelassen hätten, um etwas mehr zu tauchen oder einfach mal nichts zu machen. Wir sind sicher nicht abgeneigt, nochmals auf die Inselgruppe zurückzukehren, falls sich die Chance und Zeit ergibt.

Anmerkung der Redaktion: Kommentare zum König von Lenzburg und Fliegen, die den notwendigen Respekt vor Kevin hatten, stammen selbstverständlich nicht von mir, sondern wurden von der zuvor genannten Person selbst ergänzt.

Eine Antwort zu „Galapagos (Ecuador)“

  1. Wow…. super Reisebricht! Das macht grad „gluschtig“. Au d’Fotos und d’Film sind sehr idrücklich. Gnüsseds wiiterhin 🙂

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