Borneo

Alleine setzte ich meine Reise nach Sabah (malaysischer Teil von Borneo) fort. Borneo ist die sechstgrößte Insel der Welt und der eine Teil gehört zu Malaysia, der andere zu Indonesien. Zudem befindet sich das Sultanat Brunei auf der Insel, umgeben von malaysischem Gebiet.

Kota Kinabalu

Meine Reise startete in Kota Kinabalu, der Hauptstadt des Bundesstaates Sabah. Nachdem ich am späteren Nachmittag im Hostel angekommen bin, machte ich mich gleich auf die Socken, um die Stadt zu erkunden. Etwas ausserhalb des Zentrums besuchte ich die Kota Kinabalu City Mosque. Die Moschee wird von Wasser umgeben und sieht bei Sonnenuntergang echt eindrücklich aus. Darum setzte ich mich in die Wiese vor dem Wasser und bestaunte das Spektakel. Anschliessend spazierte ich dem Meer entlang zurück in die Stadt, wo ich auf dem Nightmarket für 1-2 Fr. ein Nachtessen genoss.

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City Mosque

Ich war mir nicht ganz sicher, was mich auf Borneo erwartet und ich hatte immer die Vorstellung, dass Borneo im Vergleich zu anderen Orten nicht soweit entwickelt ist. Kota Kinabalu ist jedoch eine moderne Grossstadt, die mich positiv überrascht hat.


Mt. Kinabalu Nationalpark

Meine Meinung über den Entwicklungsstand Borneos hat sich etwas angepasst, als ich mich in einem Familyvan mit sieben Einheimischen in Richtung Mt. Kinabalu Nationalpark befand. Kaum hatten wir die Stadt verlassen, zierten Schlaglöcher die Strassen, was die Fahrt ins Hochland abenteuerlich und unterhaltsam gestaltete. Zwei Stunden später landete ich in einem Hostel am Fusse des Mt. Kinabalus. Der Mt. Kinabalu ist mit seinen 4’095m der höchste Berg Südostasiens und könnte in einer Zweitagestour bestiegen werden. Jedoch war mir nicht so danach. Ich genoss lieber die etwas kühlere Luft der Berge und die Ruhe. Am Abend fuhren wir zusammen mit dem Inhaber des Hostels, Jack, sowie zwei weiteren Backpackern in die nächste Stadt um uns das WM Finale anzuschauen. Dabei mussten wir Jack immer wieder erklären, dass Kroatien und nicht die Ukraine im WM Finale steht. 😉

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Mt. Kinabalu umgeben von Wolken

Sepilok

Am nächsten Tag nahm ich den Bus in Richtung Sepilok, um mich mit Patrizia und Flavia zu treffen, die ihre Ferien auch auf Borneo verbrachten. Sepilok ist bekannt für das Orang Utan Sanctuary sowie diverse andere Orte wo Wildtiere aufgepäppelt werden. Bei mir hat es zeitlich nur fürs Orang Utan Sanctuary gereicht. Die Tiere werden nicht eingesperrt und können kommen und gehen wie sie wollen. Da zu gewissen Zeiten Futter bereitgestellt wird, schauen die Tiere hin und wieder vorbei. Das Sanctuary ist ganz nett gemacht. Für mich war es jedoch etwas ironisch, dass Sepilok von Palmölplantagen umgeben ist und diese der Grund dafür sind, dass der ursprüngliche Lebensraum der Tiere zerstört worden ist und sie jetzt ein Sanctuary brauchen.

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Ich, Patrizia und Flavia


Kinabatangan River

Zu unserem eigentlichen Ziel, dem Kinabatangan River, brachen wir am nächsten Tag auf. Dieser ist der zweitlängste Fluss Malaysias und wird vor allem im unteren Teil des Flusses von Regenwäldern umgeben (war im oberen Teil auch mal so, wurde aber bereits abgeholzt). Auf der zweistündigen Fahrt zum Homestay haben nichts anderes als Palmölplantagen gesehen, was recht deprimierend war.

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Morgenstimmung am Kinabatangan River

In den nächsten 3 Tagen unternahmen wir diverse Flusstouren sowie Fussmärsche im Regenwald und haben diverse Tiere gesehen: Pygmy Elefanten, Nasenaffen, Krokodile, Hornvögel sowie unzählige Makaken. Leider liessen sich keine Orang Utans blicken. Sämtliche Touren wurden von der Familie des Homestay’s (Sukau River Homestay) durchgeführt und die Chefin des Hauses, Maria, wusste so viele interessante Dinge zu erzählen, sodass man nie müde wurde, ihre Geschichten anzuhören.

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Nach drei wundervollen Tagen hiess es vom Regenwald, der Familie sowie von Patrizia und Flavia Abschied zu nehmen. Die beiden Mädels fuhren zurück nach Sandakan während ich mich weiter in den Süden nach Semporna begab. Erneut zierten Palmölplantagen die Strassen während der vierstündigen Stunden Fahrt.


Pulau Mabul

Die Stadt Semporna ist nicht der Rede wert. Sie dient hauptsächlich als Hafenstadt zu den vorgelagerten Inseln und beherbergt zig Chinesen (wie beispielsweise in meinem Hostel). Am nächsten Morgen früh legte dann endlich das Boot in Richtung Pulau Mabul ab, wo ich die nächsten fünf Tage verbrachte. Nebst einigen Resorts wird die Insel hauptsächlich von Sea Gypsies bewohnt, die entweder auf Booten oder auf Häusern über dem Wasser wohnen.

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Sea Gypsy Dorf

Ich kam im Mabul Beach Resort bzw. Hostel unter, welches zum Scuba Junkie Dive Center gehört. In den ersten zwei Tagen absolvierte ich meinen PADI Open Water Kurs. Ich war schon immer fasziniert von der Unterwasserwelt und hatte nun endlich Zeit für den Kurs gefunden. Bereits beim ersten Tauchgang des Kurses sahen wir 2-3 Schildkröten, was mich total aus den Socken haute, sodass mir der Instruktor non-verbal mitteilte, dass ich mich doch beruhigen soll ;). Am dritten Tag, offiziell zertifiziert als Open Water Diver, unternahmen wir drei Tauchausflüge rund um die Insel Mabul, wo wir vieles zu Gesicht bekamen.

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PADI Open Water Diver

Das eigentliche Highlight, Sipadan, stand am 4. Tag bevor. Sipadan gehört zu den besten Tauchplätzen der Welt und pro Tag werden nur ca. 100 Tauchlizenzen vergeben. Bis 2005 gab es ein Resort auf der Insel, welches aber geschlossen wurde, um die Unterwasserwelt zu schützen. Wir absolvierten vier Tauchgänge rund um die Insel und ich war völlig begeistert. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele verschiedene grosse und kleine Fische sowie farbige Korallen sich auf einem Fleck befinden können. Wir haben dutzende Schildkröten, Schulen von Barrakudas und Jackfishes, verschiedene Haie (leider haben sich die Hammerhaie nicht blicken lassen), Napoleon Fische, Bumphead Parrotfishes (fand den Namen auf Deutsch nicht raus), einen Thunfisch, Moränen und sehr viele kleinere Fische gesehen. Sipadan war der perfekte Abschluss meiner Borneo Reise und ich kann JEDEM empfehlen dort hinzufahren.

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Riff auf Sipadan


Kuala Lumpur

Nach meinem Borneo Aufenthalt flog ich zurück nach Kuala Lumpur, verbrachte dort nochmals zwei Tage und schaute mir 2-3 Dinge an, die ich drei Wochen vorher noch nicht gesehen habe. Irgendwie fand ich beim zweiten Aufenthalt auch etwas mehr Gefallen an der Stadt.

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Thean Hou Tempel

Fazit: Die Palmölplantagen, welche fast die ganze Insel bedecken haben meine Laune teilweise ziemlich getrübt. Ich war mir zwar schon im Voraus bewusst darüber, was mich erwarten wird, jedoch das ganze Ausmass der Zerstörung des Regenwaldes vor Ort zu sehen, hat mich sprachlos gemacht. Daher Palmöl so gut es geht meiden!

Trotzdem beeindruckte mich Borneo, insbesondere die Landschaft und die Tiere. Ich hatte das Glück, Tiere im Regenwald sowie unter Wasser zu entdecken, was mich echt fasziniert hat. Zudem war die Insel nach den Städten von Westmalaysia eine erfrischende Abwechslung. Man kann nur hoffen, dass die Leute vor Ort realisieren, wie unglaublich ihr Land ist und beginnen es mehr zu schützen als zu zerstören, sodass auch künftige Generationen davon profitieren können.

 

 

 

 

 

2 Antworten zu „Borneo“

  1. Danke für de tolli Reisebricht. Spannend gschriebe!

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  2. Bumphead Parrotfish = Büffelkopf-Papageifisch

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