Drei Jahre nachdem wir von unserer Weltreise zurückgekehrt und wieder sesshaft geworden sind, haben wir uns im Dezember 2025 erneut auf die Socken gemacht und erkundeten fortan den indischen Subkontinent. Während ich schon länger damit geliebäugelt habe, Indien zu erkunden, brauchte es bei Kevin etwas Überzeugungskraft. Bei einem indischen Nachtessen im Frühling 2025 liess er sich dann trotzdem zur Aussage hinreissen, dass wir vielleicht doch mal dorthin sollten.
Mumbai
Einige Monate später stiegen wir also ins Flugzeug von Zürich nach Mumbai. Schon darauf eingestellt, dass die Einreise und Gepäckausgabe in der indischen Grossmetropole wohl kein Zuckerschlecken wird, waren wir ganz überrascht, dass wir 40 Minuten nach der Landung bereits in der Ankunftshalle standen. Und obwohl es schon fast Mitternacht war, liessen wir es uns nicht entgehen, uns einige Snacks von den Streetfoodständen ausserhalb des Flughafens zu Gemüte zu führen, bevor wir ins Taxi in die Innenstadt stiegen. Nach einer einstündigen Taxifahrt in den zentral gelegenen Stadtteil Colaba, kamen wir endlich in unserer Unterkunft an, wobei wir sehr erstaunt darüber waren, wie viel noch los war auf den Strassen um diese Uhrzeit.

Am nächsten morgen, frisch ausgeschlafen, machten wir uns zu Fuss auf den Weg, um die nahegelegenen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Kaum aus dem Hotel gelangt, wurden uns (oder v.a. Kevin) von allen Seiten Touren, Anzüge oder sonstige Souvenirs angepriesen. Glücklicherweise war das nur in einer der Strassen so und hielt sich sonst in Grenzen. Nachdem wir uns mit einem Kaffee gestärkt hatten, suchten wir das Gateway of India und das danebenliegende Taj Mahal Palace Hotel auf, wohl die bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Mumbai.

Nachdem wir unsere Kreise gezogen und Fotos geschossen hatten, zog es uns weiter in Richtung Zmittag, an einen Ort namens Swati Snacks. Dort probierten wir uns einmal quer durchs Menü und probierten lokale Gerichte, die mega lecker waren.

Im Anschluss schlenderten wir etwas dem Marine Drive entlang, wobei uns zig Personen mit Argentinien Trikots entgegen kamen. Offensichtlich hatte Messi gleichzeitig einen Auftritt im Rahmen seiner Indientour in einem nahegelegenen Stadion.

Wir schlenderten weiter in Richtung des High Court of Bombay, wobei im Park nebenan hunderte Personen Cricket spielten. Also schauten wir diesem Treiben eine gewisse Zeit zu, bevor wir wieder zurück ins Hotel gingen. Am Abend liess ich uns durch die halbe Stadt lotsen, um im Restaurant Bombay Canteen (welches in einer Folge von „Somebody Feed Phil“ auf Netflix vorkam) zu Abend zu essen. Und die Anreise hat sich auch entsprechend gelohnt!
Am nächsten Morgen suchten wir ein nahegelegenes Gym auf, welches aber nicht der Rede wert war. Nach dem Zmittag schlenderten wir nochmals etwas durch die Stadt, bevor wir uns dann am späteren Nachmittag auf eine Foodtour begaben, wobei wir 15 verschiedene lokale Gerichte probieren sollten.

Angefangen hats mit einem „Vada Pav“, ein frittiertes Kartoffelpatty in weichem Brötchen mit verschiedenen Chutneys. War mega lecker. Im Anschluss nahmen wir einen Zug (mit offenen Türen, logisch) und begaben uns in einen anderen Stadtteil, um die Tour von dort aus fortzusetzen.

An den unterschiedlichsten Ständen und Restaurants haben wir verschiedene leckere Sachen gegessen, die wir selber wahrscheinlich nicht gefunden oder probiert hätten. Geendet hat die Tour inmitten des hektischen Treibens in der Nähe des „Shri Mumbadevi“ Tempel.

Am nächsten Morgen früh ging es für uns zurück an den Flughafen von Mumbai, um unsere Weiterreise in Richtung Süden anzutreten. Mumbai hat uns soweit gefallen und wir waren froh, haben wir die Stadt mal gesehen, jedoch ist es nicht unbedingt ein Ort, an den wir noch einmal zurückkehren würden.
Palolem, Goa
Von Mumbai aus schnappten wir den Flieger nach Goa, wo wir einige entspannte Tage in Palolem verbrachten. Vom Flughafen betrug die Fahrt rund 1,5 Stunden, wobei wir schon auf dem Weg Gefallen an den von Palmen gesäumten Strassen fanden. In Palolem angekommen, mussten wir uns erstmal stärken, bevor wir dann unser erstes Bier bei Sonnenuntergang am Strand genossen.

Die nächsten Tage folgten einem ähnlichen Muster: Morgens Gym (Kevin) oder Yoga (Marina), gefolgt von Brunch, Entspannen am Strand und Abendessen.

Der Strand von Palolem hat uns ausserordentlich gut gefallen, da er sehr lang und breit und voller schöner Palmen war und wir den Tag gratis auf den Liegen und unter einem Sonnenschirm von einem der vielen Restaurants verbringen konnten. Im Gegenzug mussten wir einfach etwas konsumieren. In einem Land, wo eine Cola 60 Rappen und ein Bier 1 Fr. kostet war das kein teures Unterfangen.

Nach 5 Tagen neigte sich unsere Zeit in Goa leider schon dem Ende zu, jedoch sind wir uns sicher, dass wir eines Tages zurückkehren werden.
Kerala
Nachdem wir erst nicht ganz sicher waren, ob wir unser Flugzeug in Goa aufgrund des Verkehrs überhaupt noch erwischen, hatten wir aufgrund der Verspätung des Fliegers dann noch viel Zeit spatzig, was aber ebenfalls bedeutete, dass wir erst sehr spät Abends in Kochi ankamen. Glücklicherweise war unser Hotel nahe am Flughafen. So legten wir uns gleich schlafen, mit der netten Begleitung lauter Musik im Zimmer nebenan und Gehupe auf den Strassen.
Munnar
Für am nächsten Morgen hatten wir bereits ein Uber vorbestellt, welches uns in die Bergen von Munnar bringen sollte. Diese Gegend ist für die vielen Teeplantagen und das angenehme Klima bekannt. Auf den rund drei Stunden Fahrt waren wir sehr überrascht von all den schönen Häusern und Villen, die immer wieder die Strassen säumten. In unserer Unterkunft angekommen, beobachteten wir zuerst die vielen Vögel und Streifenhörnchen von unserem Balkon, bevor wir dann in einem nahegelegenen Restaurant zu Mittag assen und uns anschliessend spontan für eine Massage im selben Gebäude entschieden.

Am nächsten Morgen und nachdem wir endlich einen Töff organisieren konnten, fuhren wir los in Richtung Munnar Stadt und weiter zu dem Skyfall Viewpoint. Auf dem ganzen Weg hatten wir immer wieder eine atemberaubende Sicht auf die saftgrünen Plantagen und hätten quasi überall für Fotos halten können.

Beim Skyfall Viewpoint verpflegten wir uns mit Masala Chai, Kaffee und einem Gebäck für satte 30 Rappen. Auf dem Rückweg zum Töff hatte ich fast einen Zusammenstoss mit einer Kuh, worüber diese nicht so glücklich war und sich zum Angriff bereit machte.

Von dort aus fuhren wir weiter in Richtung Lockhart Gap View und Anayirankal Dam, erstaunt über die schöne Aussicht. An den Strassen hatte es immer wieder Schilder, die vor Elefanten warnten, welche die Strasse überqueren könnten, leider haben wir aber keine gesehen 🥲.

Auf dem Rückweg machten wir in Munnar Stadt halt, wo wir ein super lecker Biryani zu Mittag assen. Im Anschluss schlenderten wir durch den Markt, positiv überrascht darüber, dass sich niemand für uns interessierte. Nach dem Abendessen wurden wir noch Zeugen einer Tempelparade, begleitet von sehr lauter, indischer Technomusik, bunten Kostümen und zu unserem grossen Erstaunen auch von einem Elefanten.

Am nächsten Morgen gingen wir bei Zeiten los um ein anderes Tal mit weiteren Teeplantagen zu erkunden, also fuhren wir in Richtung des Letchmi Tea Estate. Schon die Fahrt dorthin, durch all diese Wälder und entlang von Flüssen war wunderschön.

Beim Tea Estate war es weitaus ruhiger als beim Skyfall Viewpoint tags zuvor, aber die Aussicht war ebenfalls sehr schön.

Von dort aus fuhren wir weiter nach Anakulam, wo es wilde Elefanten haben soll, haben dann aber auf halbem Weg umgekehrt, einfach weil die Strasse recht prekär wurde. Bei einem Zwischenstopp auf dem Rückweg meinte der Kaffeebesitzer, dass sich die Elefanten sowieso nur Abends zeigen und wir wohl nichts verpasst haben. Die Fahrt ins Tal hat sich aber allemal gelohnt.

Da es an diesem Tag Heiligabend war buchte uns Kevin ein X-Mas Dinner in einem nahegelegenen Restaurant, und obwohl das Essen sehr lecker war, waren mehr Angestellte als Gäste präsent. Zurück im Hotel gingen wir bei Zeiten ins Bett, da wir am nächsten Tag früh abgeholt wurden, sodass wir bei Zeiten zurück in Kochi waren.
Kochi
Grund für unsere frühe Abfahrt war, dass uns eine meiner Arbeitskolleginnen zum Weihnachten feiern mit ihrer Familie eingeladen hatte. So fuhren wir zuerst nach Fort Kochi, um unser Gepäck im Hotel abzuladen, bevor wir dann mit der Fähre auf die nächste Insel fuhren und von dort aus mit dem Tuktuk zu Rose’s Familie.

Empfangen wurden wir mit selbst gemachtem Wein, Gebäck und Whiskey. Den Nachmittag verbrachten wir mit ihren Eltern, Onkeln und Tanten und einigen Cousins und Cousinen, während getrunken und gesungen wurde. Am späteren Nachmittag gabs leckeres Essen, wobei anders als bei uns, gestaffelt gegessen wurde, unter scharfer Beobachtung eines Onkels, der dafür schaute, dass wir essenstechnisch nicht zu kurz kamen. Während sich ein grosser Teil der Familie nach dem Essen hingelegt hat, fuhren wir mit Rose und ihrem Mann zum Queen’s Way, um einen ordentlichen Kaffee zu trinken (Kevin hatte Entzugserscheinungen). Danach verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Rückweg nach Fort Kochi, wo wahrscheinlich aufgrund der Weihnachten die Hölle los war.

Am nächsten Morgen hatte Kevin einen dringenden Termin im Gym, während ich durch das sehenswerte Fort Kochi schlenderte. Etwas später wurden wir abgeholt, da wir uns ein Hausboot in den Kerala Backwaters gebucht hatten.
Alappuzha
Da wir uns ja auf der Hochzeitsreise befanden, gönnten wir uns ein nettes Zimmer auf Thara’s Houseboat und verbrachten den Nachmittag sowie die Nacht auf den Kerala Backwaters, welche aus idyllischen Kanälen, Flüssen und Seen bestehen, gesäumt von Palmen, Reisfeldern und vereinzelt auch von Tempeln, Kirchen und Häusern.

Viel zu tun, ausser die Aussicht zu geniessen und zu lesen gab es eigentlich nicht, was perfekt war.

Kurz nach Sonnenuntergang ankerten wir und genossen ein keralesisches Znacht auf dem Boot. Die Nacht war zwar sehr ruhig, am morgen früh lief jedoch bereits wieder irgendwo laute Musik. Jäno, so habe ich zumindest den Sonnenaufgang mitbekommen. Nach dem Frühstück ging es leider schon wieder zurück zum Hafen.

Marari Beach
Vom Hafen brachte uns ein Tuktuk in unser Homestay an der Marari Beach, wo wir die nächsten zwei Tage verbrachten. Der Strand war schön, auch wenn etwas naturbelassener als der in Goa. Auch das Essen in den umliegenden Restaurants war eher simpel, sodass wir uns am zweiten Abend ein Restaurant namens Namaste Tiffins aussuchten, welches etwas weiter weg lag. Die Anfahrt hat sich aber allemal gelohnt, da wir uns für nicht mal 5 Fr. die Bäuche mit leckerem, südindischen Essen voll schlugen.

Somit war unsere Zeit an der Küste und in Südindien auch zu Ende und wir waren gespannt darauf, was uns in den nächsten 12 Tagen im Norden erwartet. Unser Zwischenfazit nach zwei Wochen Indien ist aber sehr positiv, da wir einerseits überrascht sind von der schönen Natur sowie auch der Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Inder.
Udaipur
Da unsere Airline des Vertrauens unseren ersten Flug von Kochi nach Mumbai um zwei Stunden vorverschoben hat, mussten wir wieder mal in aller Frühe aufbrechen. Nach zwei Stunden Flug hatten wir rund 5 Stunden Aufenthalt in Mumbai, wobei wir das Terminal wechseln mussten und sich der Weg dahin wie eine Schnitzeljagd anfühlte. Spät Abends landeten wir dann endlich in Udaipur und waren erstaunt darüber, dass unsere Koffer den Weg inkl. Terminalwechsel ebenfalls mitgemacht haben.
In zügigem Tempo brachte uns unser Uber Fahrer ins Zentrum von Udaipur, wobei er nur knapp eine Kuh verfehlte, welche die Autobahn überquerte. Geht’s noch klischeehafter? 😅 Unser Taxi durfte im Gegensatz zu Motorrädern und Tuktuks nicht ganz in die Altstadt von Udaipur fahren und so mussten wir die letzten Meter noch laufen, was mich völlig überreizte, aufgrund des Gehupes und der lauten Musik überall. Auch in unserem Hotelzimmer war es nur bedingt ruhiger, da es in Udaipur von Rooftop Restaurants wimmelt, welche alle ihre eigene, laute Musik laufen liessen. Zum Glück nahm das am späteren Abend ein Ende.

Am nächsten Morgen wachten wir mit einer wunderschönen Aussicht auf den Lake Pichola auf. Nachdem wir gefrühstückt und ein Gym aufgesucht hatten, schlenderten wir zurück in Richtung unserer Unterkunft und beobachteten das alltägliche Treiben in den lokalen Geschäften und Restaurants.

Am Nachmittag wollten wir dem See entlang laufen und dann auf eine Sonnenuntergangs-Bootstour gehen. Es hat sich dann herausgestellt, dass wir 1. nicht am See entlang laufen können und 2. es uns viel zu viele Leute hatte, welche am Bootspier angestanden sind. So haben wir uns am Strassenrand „Maggi“ (Nudeln) und einen Masala Chai bestellt und beobachtet, wie die indischen Touristen auf bunt geschmückten Kamelen durchgeritten sind😬.

Sodass wir an diesem Tag doch noch was kulturelles gemacht haben, schnappten wir uns ein Tuktuk und fuhren zum City Palace. Dieser war sehr schön und sehr voll mit Touristen. Nichtsdestotrotz hat sich der Ausflug zum Sonnenuntergang sehr gelohnt.

Der nächste Tag startete ähnlich, wir gingen ins Fitness, liefen zum Hotel zurück und gönnten uns auf dem Rückweg Gulab Jamun (Dessert) und ein Samosa am Strassenrand.

Im Anschluss spazierten wir auf die andere Seite des Sees, sodass wir uns den City Palace von weiter weg anschauen konnten. Danach schnappten wir uns ein Tuktuk und liessen uns in einem Cafe nieder, um zu arbeiten und an diesem Blog zu schreiben. Zurück im Hotel mussten wir dann feststellen, dass sich das Rooftop-Restaurant unseres Hotels mit lauter Musik mehrere Stunden auf Silvester vorbereitete, was die Nerven schon leicht strapaziert, zumal es draussen dank Gehupe auch permanent laut ist. Zum Glück hatte uns Kevin ein Tasting Menü in einem Restaurant ausserhalb der Stadt gebucht, sodass wir einige Stunden Ruhe hatten.

Zurück in der Stadt hatte unser Tuktuk so kurz vor Mitternacht Mühe durch den vielen Verkehr zu navigieren, also bewältigten wir den letzten Teil zu Fuss. Und selbst zu Fuss kamen wir vor lauter Leuten und Rollern an vielen Stellen kaum vorwärts. Zum Glück schafften wir es einige Minuten vor Mitternacht zurück in unser Hotelzimmer und konnten uns die vielen individuellen Feuerwerke von unserem Balkon anschauen. Die Party auf dem Dach unseres Hotels dauerte dann „etwas“ länger als angekündigt, sodass dann Kevin denen irgendwann einen Besuch abstattete und danach endlich Ruhe war.
Kumbhalgarh Fort & Ranakpur Jain Temple
Am nächsten Tag wurden wir um 9 Uhr von einem Fahrer abgeholt, um unsere Weiterreise von Udaipur nach Jodhpur anzutreten. Der Grund, wieso wir uns einen Fahrer gönnten war einerseits, dass es keine direkte Zugverbindung zwischen Udaipur und Jodhpur gibt und anderseits, weil wir uns auf dem Weg noch ein Fort und einen Tempel anschauen wollten.
Der 2.5-stündige Weg zum Fort führte uns durch Dörfer und Landschaften von Rajastan, was uns einen ersten Eindruck des ländlichen Lebens Nordindiens verschaffte. Die Landschaften waren sehr abwechslungsreich und schön, wenn auch sehr trocken. Und leider auch nicht zu übersehen war der viele Abfall, der oft die Strassenrändern säumte.

Das Kumbhalgarh Fort soll das zweitgrösste in Rajastan sein, ist aber vor allem bekannt für seine 36 Kilometer lange, durchgehende Mauer. Anscheinend nach der chinesischen Mauer die zweitlängste weltweit. Und da es auf einem Hügel ist, soll die Aussicht auf die umliegenden Berge schön sein, jedoch hatten wir diese aufgrund des Nebels nur erahnen können.

Von dort aus ging es weiter und nachdem uns unser Fahrer in einem teuren, durchschnittlichen Restaurant zum Zmittag abgeladen hat, war die Stimmung erstmals etwas gedämpft. Im Anschluss hielten wir kurz am Strassenrand, wo schon ein Rudel Affen auf uns wartete. Der Fahrer hat uns ausdrücklich davon gewarnt, die Fenster aufzumachen. Und prompt nahm die Affenbande das ganze Auto ein, was sehr unterhaltsam war. Kurz danach kamen wir beim Ranakpur Tempel an, was für Kevin bedeutete, er musste mühsam seine langen Hosen aus dem Koffer fischen. Als wir dann auch unsere Schuhe endlich am richtigen Ort platziert haben (gab eine indische und eine westliche Sektion), konnten wir die Tempelanlage betreten.

Der Tempel ist aus weissem Marmor, sehr symmetrisch aufgebaut und wunderschön anzusehen. Und aufgrund der etwas abgelegenen Lage hatte es nicht ganz so viele Leute, was es sehr angenehm gemacht hat.

Vor der Weiterfahrt genossen wir noch einen frischen Masala Chai und deckten uns mit einigen Snacks ein. Danach begann eine lange Fahrt durch die indische Einöde, bevor wir dann endlich Jodhpur erreichten.
Jodhpur
Da man mit dem Auto auch nicht in die Altstadt von Jodhpur fahren durfte (wo sich unser Hotel befand) hat uns der Fahrer beim Clocktower vor der Altstadt rausgelassen, wo gerade der abendliche Markt stattfand. Also navigierten wir mit unseren Koffern durch die Massen an Menschen, Waren, Roller und Tuktuks. Glücklicherweise stellten wir fest, dass obwohl unser Hotel sehr zentral lag, es dennoch sehr ruhig war.

Nachdem die letzte Nacht sehr durchzogen war, konnte ich diese Nacht satte 10 Stunden schlafen. Frisch erholt gönnten wir uns in einen guten Kaffee nebenan, schlenderten durch die blau bemalte Altstadt von Jodhpur und besichtigten erstmals die Stepwells.

Stepwells sind ein antikes Wasserreservoir der Stadt, das mit Treppen gesäumt ist, damit die Menschen bei jedem Wasserstand das Wasser erreichen konnte. Wobei Kevin sich eher für die zig Streifenhörnchen interessierte als für die Sehenswürdigkeit selbst. Die waren aber auch mega herzig.

Danach probierten wir in dem Lokal „Street Food Suman Vilas Namkeen and Sweets“ einige leckere Spezialitäten der Region bevor wir dann zum Meherangarh Fort hinaufstiegen, welches auf dem Hügel der Stadt ragt.

Nachdem wir unseren Rundgang durch das beeindruckende Fort beendet hatten (auch dort schien Kevin durch grüne Papageien abgelenkt), suchten wir einen Spot auf, der im Film Batman The Dark Knight vorkam. Kevin konnte gerade noch 2-3 Fotos aus einer ausgewählten Perspektive aus dem Film schiessen, bevor wir dann von einem energischen Sicherheits-Amigo zurückgepfiffen wurden.

Zu Fuss ging es weiter zum Jaswant Thada Tempel, der sich gleich in der Nähe befindet. Auch dort haben wir unsere Runde gedreht, Fotos gemacht und den Anblick genossen, bis Kevin dann vom Hunger übermannt wurde und wir uns auf den Weg ins Restaurant gemacht haben.

Abends sind wir dann nochmals raus, um im Restaurant Vijay zu speisen, welches anscheinend für die lokale Küche bekannt ist. Dort haben wir am selben Tisch wie ein älteres, australisches Paar gegessen, wobei unsere spannenden Gespräche immer wieder von den Kellern unterbrochen wurden, die ganz erpicht darauf waren, uns schnellstmöglich wieder loszuwerden.

Am nächsten Morgen haben wir uns eine Cooking Class gebucht, sodass wir einige Tipps und Tricks der indischen Küche erlernen konnten. Meinem Magen hat aber irgendwas, das wir am Abend zuvor gegessen hatten, nicht gepasst und dementsprechend konnte ich nur wenig vom Gekochten probieren. Wenigstens haben wir im Anschluss ein umfassendes Kochbuch erhalten, sodass wir die Gerichte auch im Nachhinein nachkochen können. Aufgrund meiner Magenverstimmung haben wir am Rest des Tages nicht mehr viel gemacht.

Am nächsten Morgen schlenderte ich noch durch einige Gassen, während Kevin einen Abstecher ins Gym machte. Beim anschliessenden Frühstück brachte ich noch immer fast nichts herunter und Kevin holte sich wohl bei dieser Mahlzeit noch eine kleine Magenverstimmung.

Die perfekte Voraussetzung, um fünf Stunden im Zug nach Jaipur zu fahren. Zum Glück haben wir die Fahrt unversehrt überstanden und sind wie geplant pünktlich (was nicht selbstverständlich sein sollte, wie wir später herausfanden) im kühleren Jaipur angekommen. Da es schon spät abends war, gönnten wir uns noch einen Ingwertee und gingen im Anschluss ins Bett.
Jaipur
Gut ausgeschlafen starteten wir unseren Tag mit Brunch. Während ich mir was Leichtes aussuchte, wirkte Kevin der Magenverstimmung mit Gipfeli und Schoggiwaffeln entgegen. Im Anschluss brausten wir mit dem Tuktuk in das belebte Zentrum der Stadt, welche auch als „Pink City“ bekannt ist (wobei es für mich eher eine Orange City war, aber whatever). Zuerst erhaschten wir einen Blick auf das wohl bekannteste Wahrzeichen der Stadt, dem Hawa Mahal, welches über ganze 953 Fenster verfügt und wunderschön anzuschauen ist.

Danach schlenderten wir den belebten Strassen und Läden entlang und statteten dem nahe gelegenen City Palace einen Besuch ab, welcher ebenfalls eine echte Augenweide war.

Und da nun offensichtlich die offiziellen Ferien der Inder vorbei waren, hatte es im Palast auch nicht so viele Touristen wie an anderen Orten zuvor.

Im Anschluss suchten wir ein Kafi auf, bevor wir dann noch das Albert Hall Museum von aussen betrachteten. Dies ist eigentlich ein schönes Gebäude, aber aufgrund der Luftverschmutzung und den zig Tauben und Krähen (welche rege gefüttert werden und darum auch zahlreich auftreten), sah es eher etwas unheimlich aus.

Auch der nächste Tag startete nicht unbedingt früh, da wir immer noch leicht angeschlagen waren. Auf den Mittag hin schnappten wir uns erneut ein Tuktuk und fuhren zum Masala Chowk, wo es diverse Essensstände gibt und assen da was zu Mittag. Dort holte uns auch unser Fahrer ab für eine Tour zum Amber Fort und dem Jal Mahal, welche ausserhalb der Stadt liegen.

Zuerst hielten wir beim Amber Fort, bestaunten dieses zuerst von aussen und im Anschluss auch von innen, wobei wir immer in Bewegung waren, um zu verhindern, dass nicht zu viele Leute ein Foto mit uns machen wollten (wenn man mal damit anfängt, wirds schwierig aufzuhören). Zu unserer Belustigung gabs dort nämlich ein anderes Paar, welches kaum mehr vom Fleck kam.

Bevors weiter ging zum Jal Mahal, hielten wir noch bei den nahegelegenen Panna Meena ka Kund (Stepwell) und schossen einige nette Fotos. Auf dem Rückweg hielten wir dann beim besagten Jal Mahal, ein Palast in mitten des Sees, welcher man relativ rasch gesehen hat.

Auf dem Rückweg hielten wir noch bei einer Textilfabrik, weil ich naiverweise dachte, wenn der Fahrer sagt, es handelt sich um einen Markt für lokale Textilien, wir auch wirklich auf einen Markt gehen und nicht in den Fabrikladen, wo die Verkäufer schon auf uns warteten. Diese haben wir dann ziemlich schnell abgeschüttelt und befanden uns so bald auf der Rückfahrt in die Stadt. Somit neigte sich unsere Zeit in Jaipur auch dem Ende zu und wir legten uns früh schlafen, weil wir am nächsten morgen vermeintlich einen frühen Zug nach Agra hatten.
Agra
Die Abfahrt des Zugs war um 08:10 geplant gewesen. Schon nach dem Aufstehen erhielten wir die Meldung, dass sich die Abfahrt länger verzögert (anscheinend aufgrund des dichten Nebels). Also trudelten wir so um 10 Uhr am Bahnhof ein, nur um festzustellen, dass sich wohl halb Indien auf den Bahnperrons von Jaipur versammelt hat, was zu einem zwischenzeitlichen (fast) Nervenzusammenbruch meinerseits geführt hat. Letztendlich verliessen wir Jaipur irgendwann vor 12 Uhr und kamen kurz vor 16 Uhr, mit mehr als 3 Stunden Verspätung, in Agra an. Dabei war ich sehr dankbar, dass am Bahnhof in Agra schon ein vorgängig organisierter Tuktukfahrer auf uns wartete, sodass wir uns nicht mit den anderen, überaus aufdringlichen Fahrern rumschlagen mussten.
Der ursprüngliche Plan war, dass wir uns das Taj Mahal am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang anschauen werden. Da Nordindien im Januar jedoch sehr neblig ist, hätten wir am morgen früh wohl weder Sonne noch das Taj Mahal wirklich gesehen. Darum deponierten wir unser Gepäck kurzerhand im Hotel und machten uns gleich auf den Weg. Auf dem 10-minütigen Fussmarsch zum Taj Mahal mussten wir jenste Guides und Warenverkäufer abwimmeln, bis wir es dann endlich zum Eingang geschafft hatten.

Kaum drin erblickten wir das Taj Mahal in seiner vollen Pracht. Und der Anblick des grossen, marmorweissen Gebäudes hat uns echt beeindruckt und unsere hohen Erwartungen nochmals übertroffen.

Abends soll es anscheinend etwas mehr Leute haben als zum Sonnenaufgang, dennoch war es von der Anzahl Menschen her völlig in Ordnung.

Nachdem wir an den Fotospots einige Erinnerungsbilder geschossen hatten, besuchten wir das innere des Gebäudes und konnten das Taj Mahal auch noch von ganz Nahem bestaunen. Von Aussen ist das Gebäude aber deutlich eindrucksvoller als im Inneren.

Nach gut zwei Stunden, als die Sonne bereits weg war und wir langsam froren, kehrten wir zu unserem Hotel zurück. Dort konnten wir uns leider nur mässig aufwärmen, da nicht geheizt wurde. Aber zum Glück konnten wir uns dann im Restaurant auf der Terrasse neben einem Feuer etwas auftauen 🥴.
Delhi
Am nächsten Morgen stand die Weiterreise nach Delhi an. Eigentlich hätten wir auch dafür Zugtickets gehabt, jedoch hatte auch dieser Zug aufgrund des dichten Nebels mehrere Stunden Verspätung. Daher entschieden wir uns kurzfristig für einen Planwechsel und bestellten uns ein Uber. Zügig und kostengünstig wurden wir also von Agra nach Delhi chauffiert. Einige Kilometer vor Delhi nahm das Verkehrsaufkommen zu und unser Fahrer navigierte uns so halsbrecherisch durch den Verkehr, dass ich nicht mehr hinausschauen konnte, wenn ich keinen Herzinfarkt kriegen wollte.
Wir hatten uns eine Unterkunft in Greater Kailash gebucht, ein etwas wohlhabenderer Stadtteil im Süden Delhis. Da wir nicht viel Positives über Delhi gehört haben, die Luftverschmutzung regelrecht prekär war und wir nicht wirklich Lust hatten, uns nochmals durch die Menschenmengen zu zwängen, haben wir für unsere zwei Tage in der Stadt nicht viel Sightseeing eingeplant. Kurz nach der Ankunft schnappten wir uns ein Taxi und suchten die „Ambiance Mall“ auf. Dort deckten wir uns mit etwas zusätzlicher, warmer Kleidung ein und testeten den lokalen Burger King. Mein Chili Paneer Burger war richtig lecker, wenn auch fast das schärfste Essen auf unserer ganzen Indienreise 🤣. Später am Abend gönnten wir uns zur Feier des Tages noch etwas Koreanisches. Wennschon dennschon.
Am nächsten Morgen stand das einzige touristische Ereignis auf dem Programm. Wir besichtigten den 2005 eröffneten Akshardham Tempel. Dieser ist unglaublich gross und beeindruckend, auch wenn man sich beim Eingang vorkommt, als würde man gleich ein Hochsicherheitsgefängnis besuchen. So mussten wir beispielsweise unsere Handys und Kopfhörer am Eingang abgeben und daher gibt es auch keine Erinnerungsfotos. Dennoch hat sich der Besuch sehr gelohnt, vor allem da es fast keine Menschen hatte an diesem Vormittag. Den Nachmittag verbrachten wir im Gym und in Kafis und Abends gönnten wir uns noch ein letztes indisches Abendessen in einem schönen Restaurant (wobei mein Magen irgendwie nicht mehr so Lust auf indisches Essen hatte).
Und so waren unsere vier Wochen in Indien schon vorüber. In dieser Zeit konnten wir viele unterschiedliche Eindrücke des Landes, der Menschen und der abwechslungsreichen Küche sammeln und sind sehr dankbar für diese Erfahrung. Besonders gefallen haben uns Goa und Kerala sowie die vielen herzlichen Begegnungen unterwegs. In keinem Land hat Kevin bisher so viele Komplimente erhalten und ihm wurde bei zahlreichen Gelegenheiten eine Ähnlichkeit mit Cricket-Spielern, Schauspielern und sogar einem Porno-Star nachgesagt. Auch der Norden hat uns mit seinen beeindruckenden Palästen und Forts fasziniert, war jedoch aufgrund der vielen Menschen und des permanenten Geräuschpegels sehr intensiv. Während wir Nordindien wohl kein zweites Mal besuchen würden, können wir uns gut vorstellen, den Süden und insbesondere Goa nochmals zu bereisen.


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