Kambodscha

Von Ho-Chi-Minh-City schnappten wir uns das Flugzeug in das letzte neue Land auf dieser Reise – Kambodscha. Ursprünglich hatten wir geplant, ungefähr zwei Wochen im Land zu verbringen. Aber weil wir zum Abschluss unserer Weltreise unbedingt nochmals zurück nach Thailand wollten und müde von langen, anstrengenden Busfahrten waren, hatten wir zuletzt nur noch eine Woche Zeit. Daher fokussierten wir uns auf das Wichtigste.

Aussicht von unserem Hostel in Phnom Penh
Phnom Penh

Unsere erste Station war die Hauptstadt Phnom Penh. Und obwohl die Stadt auch etwas über 2 Millionen Einwohner hat, war sie verglichen mit vielen Städten in Vietnam fast ruhig und idyllisch. Mit einem Grab fuhren wir zu unserem Hotel, welches offensichtlich mitten im Rotlichtviertel zu sein schien. Da ich immer noch recht angeschlagen war, besuchten wir am ersten Nachmittag lediglich den Markt gleich nebenan, assen einen durchschnittlichen Snack und nahmen es gemütlich bis zum Abendessen. Dort ging’s vorbei an den vielen Streetfoodständen an einen Ort, wo handgezogene Nudeln hergestellt werden. Gemäss Kevin waren sie ganz in Ordnung.

Am nächsten Tag brunchten wir zuerst mal ausgiebig, bevor wir uns der schrecklichen Vergangenheit von Kambodscha widmeten. Wir besuchten das Tuol-Sleng-Genozid Museum, welches sich im ehemaligen Gefängnis S-21 befindet. Das Museum dient der Erinnerung an die von der Roten Khmer begangenen Verbrechen während des Genozids zwischen 1975 und 1979. Wir haben uns bereits vorab mittels Podcasts und Internetrecherchen mit dieser Zeit auseinandergesetzt. Jedoch effektiv am Ort zu sein, wo Gefangene gefoltert wurden, bevor sie dann zur Exekution auf die Killing Fields geführt worden sind, war ergreifend.

So machten wir uns am nächsten Tag darauf los, um uns die Killing Fields von Choeung Ek anzuschauen, welche etwas ausserhalb von Phnom Penh liegen. Gefängnisse wie Tuol-Sleng und Killing Fields wie Choeung Ek gab es übrigens im ganzen Land. Ungefähr 17’000 Gefangene wurden von Tuol-Sleng auf die Killing Fields gebracht und umgebracht. Darunter auch Frauen und Kinder. Viele der Opfer wurden bis heute nicht ausgegraben und auf dem Rundgang sieht man immer wieder kleine Knochenstücke sowie Kleiderfetzen der Opfer. Der Besuch war sehr erschütternd und lehrreich. 

Phnom Penh ist jetzt keine Stadt, die man unbedingt gesehen haben muss. Dennoch gibt es einige schöne Ecken und viele Orte, um etwas über die Geschichte des Landes zu lernen. Ausserdem scheint die Stadt unglaublich stark zu wachsen, denn es wimmelte überall von Baustellen. Man kann also gespannt sein, wie sich die Stadt in den nächsten Jahren verändern wird.

Royal Palace von Kambodscha
Siem Reap

Nach Phnom Penh reisten wir weiter nach Siem Reap, der Ausgangsort für die berühmte Tempelstätte Angkor Wat. Etwas traumatisiert von all unseren Busreisen, mussten wir erfreut feststellen, dass der gebuchte Bus pünktlich und schön war und wir sogar genügend Platz hatten. Zudem waren wir aufgrund des prekären Fahrstils des Chauffeurs schon nach 5 statt 6 Stunden in Siem Reap. Da wollen wir uns mal nicht beklagen. An der Busstation warteten schon einige Tuktuk-Fahrer auf uns. Für einmal hörte sich der angebotene Preis echt attraktiv an, also schlugen wir zu. Natürlich wollte uns der Kollege seine Dienste auch für den nächsten Tag anbieten. Während er uns über unsere Möglichkeiten aufklärte und sich dabei immer wieder zu uns umdrehte, konnten wir nicht mehr verhindern, dass er mit seinem Motorrad in ein bremsendes Auto fuhr. Zum Glück ist ausser einigen Kratzern (bei ihm und beim Motorrad) nicht viel mehr passiert. Etwas aus Mitleid und weil die Tour angemessen bepreist war, verabredeten wir uns mit ihm für den nächsten Tag.

Zuerst überlegten wir uns, ein 3-Tagesticket für Angkor Wat zu buchen, da die Tempel über ein so grosses Gebiet verteilt sind. Aufgrund einer Aktion konnte man aber das 1-Tagesticket an 2 Tagen nutzen. Unser Tuktuk Amigo holte uns um 04.30 in der Früh ab, sodass wir pünktlich zum Sonnenaufgang beim Haupttempel waren. Mit einem zerknitterten, mässig gut gelaunten Kevin im Schlepptau, liefen wir den letzten Abschnitt zum Aussichtspunkt im Dunkeln. Früh aufstehen in Kombination mit vielen Leuten ist bekannterweise nicht gerade sein Ding.

Glücklicherweise hatten wir ein echt gutes Plätzchen und was die Leute betrifft, hätte es schlimmer sein können. So genossen wir den schönen Sonnenaufgang, bevor wir uns den Haupttempel dann von innen anschauten.

Danach ging es weiter zu vier anderen Tempeln unter anderem Angkor Thom, Ta Keo und Ta Prohm (wo Lara Croft: Tomb Raider mit Angelina Jolie gedreht wurde).

Ta Prohm

Mein Favorit war Angkor Thom, da wir noch fast allein waren und die Morgenstimmung wunderschön war.

Angkor Thom

Wir hatten nie einen Guide in den Tempeln, einfach weil wir keine Energie hatten, so viel zuzuhören. Unser netter Fahrer hat uns aber viele interessante Sachen über Angkor Wat, Land und Leute erzählt. Nachdem bald schon Mittag war und wir kulturgesättigt waren, fuhren wir zurück in die Stadt und belohnten uns einmal mehr mit Brunch.

In den nächsten Tagen haben wir nicht viel gemacht, ausser zu relaxen, ins Gym zu gehen, uns die Bäuche vollzuschlagen und die Nägel zu machen. Siem Reap bot diesbezüglich recht viel. Lust, uns noch weitere Tempel anzusehen, hatten wir keine Mehr. 

Danach neigte sich unsere Zeit in Kambodscha auch schon dem Ende zu. Auch wenn wir nur kurz da waren und nicht so viel vom Land gesehen haben, haben wir die Kambodschaner echt ins Herz geschlossen. Stets begegneten sie uns sehr freundlich und erzählten uns mit Freunde etwas über sich und ihr Land. Daran hat auch die Fahrt mit dem sympathischen, unterhaltsamen Tuktuk-Fahrer an den Flughafen Nichts geändert.

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