Vietnam

Nach den vielen Up-and-Downs auf unserer Reise durch Laos, haben wir uns beide sehr auf Vietnam gefreut. Vietnam war von Anfang an so etwas wie das Hauptreiseziel und wir hatten dafür auch am meisten Zeit eingeplant, wobei der Aufenthalt durch das 30-Tage Visum zeitlich begrenzt war. 

Nachfolgend sei uns verziehen, dass wir die Ortsnamen eingedeutscht haben. Es hätte einfach zu viel Zeit gebraucht, um all die vietnamesischen Sonderzeichen zu finden. 

Hanoi

Die Anreise nach Hanoi verlief reibungslos und als wir im Taxi ins Stadtzentrum sassen, wurde uns bewusst, dass der angekündigte, chaotische Verkehr wohl der Wahrheit entspricht. Nirgends auf unserer Reise haben wir auch nur ansatzweise so viele Scooter und so viel Gehupe erlebt, wie in Hanoi. Man schaut nicht nach links oder rechts, wenn man in eine Strasse einbiegt, sondern man kündigt sich selbst einfach mit lautem Gehupe kurz an. Glücklicherweise war unser Hotel mega zentral gelegen, weshalb wir in unseren 4 Tagen Hanoi eigentlich alles zu Fuss machen konnten. 

Ausgangsmeile, direkt neben unserer Unterkunft

Gleich am ersten Abend trafen wir uns mit Stefan & Tamara, die wir auf dem Ballonflug in Laos kennengelernt hatten. So testen wir uns durch die vietnamesische Küche und machten ein erstes Mal auch mit der vietnamesischen Kaffeekultur Bekanntschaft. 

Traditioneller Kaffee wird mittels einer speziellen Tasse mit eingebautem Filter hergestellt, die man oben auf ein Glas setzt (ich hoffe das Bild ist verständlicher als diese Erklärung). In der Regel wird der Kaffee mit jeder Menge Kondensmilch getrunken, oft auch kalt. 

So sieht der traditionelle vietnamesische Kaffee aus (inkl. Kondensmilch)

An diesem Abend testeten wir jedoch nicht den traditionellen Kaffee, sondern Egg Coffee. Dabei wird Kondensmilch mit Eigelb aufgeschlagen und auf den Kaffee gegeben. Schmeckt ziemlich süss, aber eigentlich recht gut (für Kevin zumindest). 

Eier Kaffee

Train Street, Altstadt und Food-Tour

Am nächsten Tag besuchten wir gleich am Morgen früh die berühmte Train Street. Das ist ein Abschnitt einer Zugstrecke, die direkt durch eine enge Strasse mit Cafés und Marktständen führt. Leider ist das Betreten dieses Abschnitts seit einigen Monaten offenbar verboten und man darf jetzt nicht mehr durch diese Strasse laufen, sondern muss auf der Rückseite der Cafés um Zutritt bitten und darf dann auch nur in diesem Café bleiben. Glücklicherweise zischte und winkte uns ein freundlicher Cafebesitzer zum richtigen Zeitpunkt zu und wir konnten ihm durch einen schmalen Gang und seine Küche ins Cafe folgen.

Train Street

Anschliessend gingen wir Morgenessen und spazierten noch etwas dem See entlang. Dort machten wir auch Bekanntschaft mit einer etwas speziellen Angewohnheit der Vietnamesen. Sie schicken jeweils ihre Kinder los, um mit Touristen Englisch zu sprechen. So wurden wir ausgequetscht darüber, wie wir heissen, woher wir kommen und ob wir Geschwister haben. Witzig, aber mit der Zeit etwas nervig.

Einer der „ruhigeren“ Orte in Hanoi

Am Abend stand dann eine Essens- und Biertour auf dem Programm. Wir waren allein mit dem Guide unterwegs, der uns zu seinen Lieblings-Restaurants und -Essständen abseits der Touristenviertel führte.

Bia Hoi, ein echter Genuss🥰

Die Tour war echt cool. Das Essen war top und wir erfuhren so viel über Land und Leben in Vietnam. Zudem machten wir ein erstes Mal mit Bia Hoi Bekanntschaft. Ein Bier das jeweils frisch gebraut und zu einem Spottpreis in den Bars und Kaffees ausgeschenkt wird – sehr erfrischend.

Am zweiten Tag besuchten wir das Prison Museum, ein sehr eindrückliches Museum über die Kriege gegen Frankreich, den Bürgerkrieg sowie den Krieg gegen die Amerikaner. Anschliessend ging Kevin zum Coiffeur, wo er nur knapp an einer Kim-Jong-Un-Frisur vorbeigeschrammt ist, was bei Marina einen Lachkrampf ausgelöst hatte.

Ha Long Bay

Danach war eigentlich geplant, dass wir 1-2 Nächte in der nahe gelegenen, berühmten Ha Long Bay verbringen. Um Zeit und Geld zu sparen, entschieden wir uns aber für einen Tagesausflug direkt von Hanoi aus. So starteten wir bereits relativ früh morgens in Richtung Ha Long und waren zum ersten Mal auf unserer Reise Teil einer klassischen Touristengruppe (inkl. Anführer mit kleinem Fähnchen). Nachdem wir auf dem Hinweg eine Perlenfarm besichtigten, bestiegen wir das Boot und erhielten gleich nach dem Ablegen im Hafen ein reichhaltiges Mittagessen serviert. Die Aussicht zum Mittagessen hätte wirklich nicht schöner sein können. Wir fuhren vorbei an all den kleinen Inseln in Richtung unseres ersten Stopps. 

Aussichtspunkt

Auf der ersten Insel besichtigten wir eine Höhle. Nachdem uns dies zunächst herzlich wenig interessiert, waren wir dann aber doch sehr beeindruckt. Die Höhe hatte wirklich ein gigantisches Ausmass. So etwas hatten wir vorher noch nicht gesehen. Als nächstes war Kayakfahren angesagt. Gemeinsam mit dutzenden anderen Kayaks und Booten kurvten wir durch eine kleine Höhe hindurch in eine Bucht und wieder zurück. Eigentlich wirklich schön, aber völlig überfüllt.

Der nächste Stopp war dann auf einer Insel mit schönem Aussichtspunkt. Auch der war echt sehenswert, aber die Insel war ziemlich überfüllt. So fuhren wir zum Sonnenuntergang wieder zurück zum Hafen. Der Ausflug war schön und wir waren froh, das gemacht zu haben. Aber wir waren auch glücklich über unsere Entscheidung, dort nicht noch 1-2 Nächte zu verbringen. 

Hà Giang

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Hà Giang, der Ausgangspunkt für den mittlerweile recht bekannten Hà Giang-Loop. Eine schöne Rundfahrt die man alleine oder mit Guide in 2-5 Tagen machen kann – je nach Anzahl Zwischenstopps und Tempo, das man fahren möchte. Der Loop führt durch den Norden von Vietnam bis an die chinesische Grenze. Ein ziemlich ärmliches Gebiet, das aber wunderschön und noch etwas unberührt sein soll. Nach einer mühsamen Anreise und mässig schöner Unterkunft, waren wir froh, dass wir am nächsten Tag gleich mit dem Loop loslegen konnten. Mit etwas Panik mussten wir dann aber noch feststellen, dass auf dem Loop am Samstag und Sonntag kaum noch Hotelzimmer verfügbar waren. Glücklicherweise fanden wir schlussendlich dann für jede Nacht eine akzeptable Unterkunft (viele Unterkünfte sind gar nicht online zu finden). 

Was uns erwartete

Tag 1- Ha Giang nach Yen Minh

Wir mieteten uns zwei Roller (je nach Gepäck und Komfortbedürfnis geht’s auch mit einem Roller) und fuhren zunächst zu einem Aussichtspunkt mit einem Café, das gleich am Stadtrand von Hà Giang liegt.

Vor Abfahrt – man beachte meinen tollen Helm 🐷

Gestärkt fuhren wir los und bald waren wir in der wunderschönen Natur. Die hügelige Landschaft veränderte sich alle paar Minuten. Mal fuhr man an Reisterrassen vorbei, mal durch Wälder, über relativ kühle Hügel, um dann 5 Minuten später in der Ebene wieder zu schwitzen. Leider war am ersten Tag das Wetter etwas neblig und die schönen Aussichten auf den Fotos kaum zu erkennen.

Eigentlich bereits Tag 2

Am frühen Nachmittag kamen wir in Yen Minh an, wo wir unsere erste Übernachtung eingeplant hatten. Das Dorf war nichts Spezielles. Wir verbrachten den Nachmittag in einem Kaffee und unserem Hotelzimmer und gingen irgendetwas lokales Essen. Leider ist das Essen dort im Norden ziemlich durchschnittlich und langweilig. Es dient halt primär der Nahrungsaufnahme.

Tag 2 – Yen Minh nach Dong Van

Am zweiten Tag fuhren wir bei Zeiten los, weil wir diesmal unterwegs noch 1-2 Abstecher geplant hatten. So haben wir uns den Lung Cu Flag Point angesehen, einen Aussichtspunkt wenige Minuten von der chinesischen Grenze entfernt und sind von dort bis an den effektiv nördlichsten Punkt Vietnams weitergefahren, wo es ebenfalls einen kleinen Aussichtsturm hat.

Am effektiv nördlichsten Punkt – Rechts oben der Grenzzaun der Chinesen

Im Gegensatz zum Lung Cu Flag Point waren wir dort wegen der etwas mühsamen Hinfahrt praktisch allein und konnten die Aussicht in Ruhe geniessen. Nachdem wir uns in einem lokalen Restaurant verpflegt hatten, fuhren wir dann weiter in Richtung unserer Unterkunft.

Eine der vielen Passstrassen

Die Landschaft war am zweiten Tag noch etwas hügliger und man hätte alle paar Minuten für ein Foto anhalten können, so wunderschön war es. In Dong Van eingetroffen, liefen wir noch zu einem Aussichtspunkt, eine ehemalige „Burg“ der Französischen Armee, und besuchten ein Cafe im schönen Dorfzentrum.

Im Dorfzentrum war die Hölle los

Zum Nachtessen gabs dann eine überraschend solide Pizza und unser Hotel bot eine super Aussicht auf die danebenliegenden Reisfelder.

Aussicht von unserem Hotelzimmer

Tag 3 – Dong Van nach Meo Vac

Das Ziel unseres dritten Tages war das Dorf Meo Vac, die mit Abstand kürzeste Strecke des Loops. Unterwegs besuchten wir einen Aussichtspunkt. Ein Felsvorsprung mit atemberaubender Aussicht. Leider ist der Felsen ziemlich klein und die Fallhöhe relativ hoch, weshalb sich Marina dagegen entschied, auf den Felsen zu steigen. Wer Marina kennt, weiss, dass das ein vernünftiger Entscheid war. An dieser Stelle möchte man noch erwähnen, dass auch Kevins Knie geschlottert haben, als er auf dem Fels gesessen hat.

Wir machten noch einen Zwischenstopp in einem kleinen Café mit Aussicht auf einen Fluss, das uns empfohlen wurde und fuhren anschliessend zunächst weiter nach Meo Vac, um eine Unterkunft zu organisieren.

Vietnamesischer Kaffee mit Aussicht

Dies hat zum Glück schnell geklappt. Wir checkten ein, assen etwas zu Mittag und fuhren dann nochmal etwas zurück, um eine kleine Bootstour zu machen.

Auf dem Weg nach Meo Vac

Wir waren nicht die einzigen mit dieser Idee und waren etwas überrascht, über die Menge an Besuchern. Offenbar ist dies ein beliebter Wochenende-Ausflug und die Besucher kamen mit Cars und Autos angereist (ziemlich abenteuerlich auf diesen Strassen). Die Bootstour selbst war angenehm und die Fahrt durch die Schlucht sehr eindrücklich. Trotzdem waren wir eigentlich mehrheitlich damit beschäftigt, die vietnamesischen Besucher bei ihren Foto-Sessions zu beobachten. Einige brachten extra diverse Outfits mit und hatten unzählige Posen einstudiert.

Als wir wieder an Land waren, stellten wir fest, dass es inzwischen sogar noch mehr Besucher im Hafen hatte, obwohl die Sonne schon untergegangen war. Wir fuhren derweil zurück ins Dorf und gingen Abendessen. 

Tag 4 – Meo Vac nach Du Già

Für die Fahrt am vierten Tag nach Du Già standen uns verschiedene Routenoptionen offen. Wir entschieden uns für die etwas Mühsamere mit der schöneren Aussicht. Die ersten rund 2 Stunden waren eine einzige Baustelle. Die Strecke war quasi nie befestigt und es war eher wie Motocross fahren.

Dieser Strassenabschnitt war gerade noch ok 😬

Dafür war die Aussicht spektakulär und man hätte wieder alle 5 Minuten für ein Foto anhalten können. Glücklicherweise wurde die Strecke dann nach den ersten 2 Stunden auch besser und man konnte sich auch etwas mehr auf die Aussicht konzentrieren.

Irgendwo unterwegs

Unterwegs machten wir noch in einem Restaurant mit schöner Aussicht und langsamem Service halt (wenigstens bekamen wir im Gegensatz zum Nebentisch unser Essen dann irgendwann mal) und später in einem kleinen Café mit noch schönerem Ausblick über die Berge.

Aussicht vom Cafe begleitet von schlechter Musik

Leider war die Musik etwas laut und gewöhnungsbedürftig – vermutlich so etwas wie vietnamesische Ballermann-Musik.

Kurz vor Du Già

Am späten Nachmittag kamen wir dann in unserem Hotel in Du Già an. Du Già selbst ist ziemlich klein und es ist nicht gerade viel los. Wir haben deshalb den Rest des Tages im Hotel verbracht und auch dort gegessen. 

Tag 5 – Du Già nach Hà Giang

Am nächsten Tag stand dann die letzte Etappe zurück nach Hà Giang auf dem Plan. Leider begann es gleich nach unserer Abfahrt zu regnen. Wir entschieden uns dann für eine etwas kürzere Route.

Wetter am letzten Tag

Schon fast unten angekommen (Du Già liegt in den Bergen) entschied Marina spontan, dass wir die Gebühr für die Versicherung nicht umsonst bezahlt hatten und legte sich mit ihrem Roller noch ein wenig auf die Strasse 🥲. Dick eingepackt in Regenschutz und Leggins, ist ausser einer kleinen Prellung zum Glück nicht viel passiert und der Roller ist ebenfalls weich gelandet. So fuhren wir zurück nach Hà Giang, assen zu Mittag und organisierten anschliessend unsere Weiterfahrt nach Ninh Binh. Da es nur Nachtbusse nach Ninh Binh gab, entschieden wir uns für einen Zwischenstopp mit Übernachtung in Hanoi.

Bequeme Rückfahrt nach Hanoi

Der Loop war wohl etwas vom Schönsten, was wir auf unserer Reise gemacht haben. Wir sind jedoch davon ausgegangen, dass dieser Teil Vietnams noch nicht so von Touristen heimgesucht wurde. Da lagen wir etwas falsch. Riesige Gruppen von Backpackern unternehmen dieselbe Tour (wenn auch nicht individuell) und am Wochenende grasen zusätzlich Einheimische in Bussen die Route ab. Wenn man sich etwas mehr Zeit lässt, kann man diesen Gruppen etwas ausweichen und inskünftig würden wir definitiv das Wochenende meiden.

Ninh Binh (Tam Coc)

Nach einem nicht erwähnenswerten Zwischenstopp in Hanoi ging es am nächsten Morgen gleich weiter nach Ninh Binh. Ninh Binh wird auch Ha Long Bay auf Land genannt. Die Landschaft sieht wirklich sehr ähnlich aus. Viele kleine Hügel mit Flüssen dazwischen.

Am ersten Tag schnappten wir uns einen Roller und erkundeten die Gegend. Am zweiten Tag machten wir dann einen Ausflug mit einem der zahlreichen Ruderboote. Man konnte zwischen verschiedenen Routen wählen und durchquerte dabei längere und kürzere Tunnel und besuchte diverse Tempel.

Die Fahrt war schön und wir teilten uns das Boot mit einem netten Paar aus Skandinavien (Sie waren aus Schweden & Dänemark, leben aber in Norwegen).

Den letzten Tag in Ninh Binh verbrachten wir dann in den zahlreichen netten Cafés und Restaurants, im Gym und Marina mit einem Vorstellungsgespräch. Am Abend trafen wir uns dann nochmal mit Stefan und Tamara, die etwas später als wir in Ninh Binh eingetroffen waren. 

Dong Hoi (Phong Nha Caves)

Mit dem Zug fuhren wir am Morgen früh dann los nach Dong Hoi, das wir als Ausgangspunkt für die Phong Nha Caves auserkoren hatten. Die fast achtstündige Zugfahrt war recht angenehm und aufgrund der mitfahrenden Vietnamesen recht unterhaltsam. Einerseits waren Sie zu klein, um ihr umfangreiches Gepäck in die Gepäckablage zu verfrachten, andererseits brach bei jeder Haltestation wieder das pure Chaos aus. Zudem gab es jeweils einen Essenswagen, der recht solide warme Mahlzeiten servierte. Also viel angenehmer als die kräftezehrenden Busreisen.

Dong Hoi gefiel uns dann überraschend gut. Vor allem am Abend hatte es mit den vielen beleuchteten Brücken und Laternen Charme und wir fanden ein nettes Café zum Nachtessen. Am nächsten Tag stand dann der Besuch einer der zahlreichen Höhlen rund um Phong Nha auf dem Programm. Vietnam ist voll mit gigantischen Höhlen, von denen einige versteckt im Dschungel liegen und erst vor wenigen Jahren entdeckt wurden. Viele der Höhlen können auch nur mit einem Guide oder einer Tour besucht werden. Wir entschieden uns für die unkomplizierte Variante und besuchten die Paradise Cave, die man auf eigene Faust ansehen kann. 

Auf der Hinfahrt, als es mal kurz nicht geregnet hat

So machten wir uns am morgen bei Zeiten auf den Weg, denn die Fahrt mit dem Scooter dauert fast 1.5 Stunden. Schon kurz nach der Abfahrt begann es zu regnen (im Zentrum Vietnams ist noch Regenzeit) und das nicht zu wenig. Nach einem kurzen Zwischenstopp für einen warmen Kaffee kamen wir völlig durchnässt bei der Höhle an. Wenigstens waren wir dank dem schlechten Wetter praktisch allein und der Ausflug hat sich trotz dem Regen absolut gelohnt.

Der schmale Höhleneingang

Die Höhe war wirklich unglaublich und etwas vom Eindrücklichsten, das wir auf unserer Reise bisher gesehen haben. Die Höhle hat eine Länge von unglaublichen 31.4km, eine Höhe von 60-70m und eine Breite von bis zu 150m. Sie ist damit die grösste Trockenhöhle in Asien.

Auf dem Bild sind die unglaublichen Dimensionen der Höhle nur leicht erkennbar

Es gibt noch ein paar grössere Höhlen in Vietnam, die haben aber alle einen unterirdischen Fluss oder See. Ohne Guide kann man zwar nur einige hundert Meter ins Innere der Höhle, aber das war für uns völlig ausreichend. Und als wir an der hintersten Stelle angekommen waren, trafen wir dort per Zufall wieder auf das Skandinavische Paar, das wir in Ninh Binh kennengelernt hatten. 😊 

Als wir wieder beim Parkplätz waren, hat es monsunartig heruntergeschüttet. Aber da schon ca. 3 Uhr war und in Vietnam die Sonne früh untergeht, blieb uns nichts anderes übrig, als im strömenden Regen zurückzufahren. 

Hue 

Am nächsten Tag gings dann mit dem Zug weiter nach Hue. Hue ist vor allem als Kriegsschauplatz im Vietnamkrieg (der dort übrigens Amerikanischer Krieg genannt wird). Der Film Full Metal Jacket spielt beispielsweise dort.

Die Zitadelle von Hue

Da es auch in Hue praktisch die ganze Zeit regnete, verbrachten wir die Zeit mehrheitlich in Cafés, Kevin im Gym und Marina besichtigte die örtliche Zitadelle, die ganz in Ordnung war. Das grösste Highlight an Hue war aber die lokale Küche, welche wir voll und ganz auskosteten.

Dà Nang

Mit dem Zug gings dann weiter nach Dà Nang. Dà Nang erinnerte uns optisch beide ein wenig an Miami (oder zumindest unsere Vorstellung davon). Strand, viele Hochhäuser und einige fancy Restaurants und Cafés. Nach unserer Ankunft hatte Marina zunächst ein Vorstellungsgespräch und Kevin ging ins Gym.

Auf dem Weg zum Hai-Van-Pass

Am zweiten Tag mieteten wir einen Scooter um den Hai-Van-Pass zu befahren. Die Aussicht vom Pass auf das Meer war super, leider war das Wetter etwas wechselhaft, wir kamen aber grösstenteils trocken durch. Bei einem Cafe mit super Aussicht machten wir noch Halt, um einige nette Fotos auf einem Felsvorsprung zu schiessen.

Am Abend sahen wir uns in einer Bar dann das erste WM Spiel der Schweiz an. 

Hoi An

Mit einem Grab (asiatische Version von Uber) gings dann am nächsten Tag nach Hoi An, das gleich angrenzend an Dà Nang liegt. Hoi An ist vor allem bekannt für die vielen ansehlichen Laternen sowie seine vielen Schneider.

Praktisch das ganze Stadtzentrum ist voller Schneidereien, wo man sich massgeschneiderte Hemden, Anzüge und Kleider zu günstigen Preisen anfertigen lassen kann. So waren wir die drei Tage in Hoi An mehrheitlich damit beschäftigt, Stoffe auszusuchen, ausgemessen zu werden und Kleider immer und immer wieder anzuprobieren, bis sie dann passten. 

Stoffe auswählen

Da das Wetter etwas durchzogen war, kamen wir leider erst am letzten Tag dazu, den Strand zu besuchen, der echt schön war. Der Strand war nicht allzu stark besucht, die Liegestühle waren gratis (sofern man etwas konsumierte) und das Meer angenehm warm.

Ein schöner Abschluss in zentral Vietnam, bevor es am nächsten Tag aus Zeitgründen (und Bequemlichkeit) mit dem Flugzeug nach Saigon weiter ging. 

Saigon (Ho-Chi-Minh-City)

Saigon, dass seit dem Sieg von Nordvietnam über den Süden und die USA auch Ho-Chi-Minh-City genannt wird, ist ähnlich laut und chaotisch wie Hanoi. Die Stadt ist jedoch ein bisschen mehr eine «Business-Stadt» als Hanoi. Das merkt man einerseits am Verkehr (mehr Autos, weniger Scooter), den Gebäuden, aber beispielsweise auch am Kaffee. So wird der Kaffee mit Kondensmilch im Süden (also in Saigon und Umgebung) direkt gemischt serviert. Angeblich, weil die Geschäftsleute im Süden keine Zeit haben, um zu warten bis der Kaffee in der eingangs erwähnten Tasse endlich fertig durch den Filter gelaufen ist. 

Am ersten Tag kamen wir erst im Verlauf des Nachmittags an. Da Marina etwas angeschlagen war, machten wir nicht mehr viel und überbrückten die Zeit bis zum zweiten Gruppenspiel der Schweiz in Cafés und Restaurants. Das Spiel schauten wir uns dann mit Stefan und Tamara in einer cool eingerichteten Bar in der Nähe unseres Hotels an. Kulinarisch gesehen, haben wir an diesem Abend etwas in die Tonne gegriffen, wie z.B. Kevins frittierte, panierte Hühnerknorpel.

Am nächsten Tag stand dann mal wieder etwas Kultur und Geschichte auf dem Programm. Wir besuchten das «Kriegsreste-Museum» (ja, das ist die offizielle Übersetzung), was ziemlich eindrücklich war. Im Aussenbereich sind einige alte Kriegsfahr- und Flugzeuge ausgestellt sowie ehemalige Gefängniszellen. Im Innenbereich wird’s dann deutlich weniger «cool». Auf mehreren Stockwerken sind Bilder von Kriegsopfern, Waffen und Opfern den Agent Orange ausgestellt. Einmal mehr unglaublich wozu Mensch im Stande sind. 

Kriegsreste-Museum

Am letzten Tag lag Marina dann ziemlich flach. So besuchte Kevin das Gym, einige Einkaufscenter, um sich Kaffeetassen zu organisieren und die örtliche Post, weil wir vergessen hatten die Zimmerkarte im letzten Hotel abzugeben. Zum Glück kosten Couvert und Porto in Vietnam nur knapp 30 Rappen. 

Ein letztes Mal Pho

So war dann unsere Zeit in Vietnam auch schon zu Ende. Vor allem im Süden hätten wir gerne noch etwas mehr Zeit verbracht, da mussten wir aus Zeitgründen einiges überspringen. Uns beiden hat es super gut gefallen. Die Leute waren freundlich und sehr offen, die Landschaften wunderschön, das Reisen mit dem Zug ist mega angenehm und das alles ist auch noch ziemlich günstig. Ein wenig enttäuscht waren wir am Anfang vom Essen. Uns wurde am Anfang einmal gesagt, dass es im Norden fade, im Zentrum würzig und im Süden süss sein würde. Und das war tatsächlich so. Und so waren wir dann gegen den Schluss der Reise auch mit dem Essen ziemlich happy. Die Banh Mi (vietnamesisches Sandwich) waren an jeder Strassenecke zu finden und eigentlich immer lecker und auch sonst hat es uns gut geschmeckt. Und die vietnamesische Kaffeekultur war für einen Süchtigen wie Kevin sowieso der Wahnsinn. Das wird wohl nicht das letzte Mal Vietnam für uns beide gewesen sein.

Autor: Kevin

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