Indonesien

Der zweite Teil unserer Weltreise startete in Indonesien – einem Land, das wir (insbesondere ich) schon etwas kennen. Nach langem Abwägen der besten Reisezeiten unserer Zielländer, haben wir uns entschieden, nochmals in den südostasiatischen Inselstaat zurückzukehren, bevor es dann in anderen Ländern wettertechnisch etwas besser aussehen sollte und die Regenzeiten mehrheitlich vorüber sind.

Singapur

Unsere Reise nach Indonesien führte uns zuerst nach Singapur. Wir landeten um 6 Uhr morgens und hatten 10 Stunden Zeit, die Stadt nochmals zu erkunden. Langjährige Leser dieses Blogs (lol) erinnern sich vielleicht daran, dass wir die Stadt bereits 2018 besucht haben.

Nun ja, gestartet sind wir gut. Bei der Fahrt vom Flughafen in die Stadt, hat Kevin die Metro betreten und exakt in diesem Moment haben sich die Türen abrupt geschlossen. So musste ich einen weiteren Zug abwarten, wobei Kevin netterweise bei der nächsten Station auf mich gewartet hat.

Im Zentrum angekommen, erkundeten wir die ganze Gegend um Marina Bay, wobei es derart schwül war, dass wir innert Minuten schweissgebadet waren. Inmitten von Marina Bay entdeckten wir einen Otter, der ein morgendliches Bad genoss ❤️. Von Marina Bay spazierten wir in Richtung Raffles Hotel, welches bei unserem letzten Besuch renoviert worden war. Wir trauten uns jedoch nicht, in unserer Aufmachung hineinzugehen.

Anschliessend setzten wir uns in ein Kaffee, wo wir bald gegen unsere Müdigkeit zu kämpfen begannen. Zuletzt schlenderten wir noch dem Boat Quay entlang, assen leckere Dumplings und Nudeln und begaben uns zurück an den Flughafen. Dort wurde ich regelrecht vom Jetlag übermannt, sodass ich gleich auf dem Boden vor dem Gate ein kleines Nickerchen machte. Kevin begab sich unterdessen auf Essenssuche. Danach ging es weiter nach Bali. 

Uluwatu

Zunächst hatten wir nur zwei Tage auf Bali und die verbrachten wir im Süden der Insel. Ausgestattet mit einem Roller unserer Unterkunft brausten wir der Küste entlang in ein fancy Bali-Restaurant um zu frühstücken. Am Nachmittag wollten wir eigentlich die Strände der Umgebung erkunden, leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und wir mussten nach 10 Minuten wegen des Regens zurückkehren. Daher haben wir von der Gegend Uluwatu nicht soo viel gesehen.

Gleich mal ein Bintang zur Start der Reise

Komodo

Nach zwei Tagen Bali ging es für uns weiter in den Komodo Nationalpark. Dieser war eigentlich der Hauptgrund, wieso wir nochmals nach Indonesien zurückkehren wollten. Im Sommer 2019 sind wir bereits über die benachbarte Insel Flores gereist und waren danach im Komodo Nationalpark tauchen. Unser Aufenthalt bei Scuba Junkie Komodo hat uns so gut gefallen, dass wir uns die Unterwasserwelt gleich nochmals ansehen wollten.

Scuba Junkie Komodo

Und wie bereits im Sommer 2019 waren wir begeistert von den Tauchplätzen mit den unzähligen Fischen und den farbigen Korallen, vom Tauchresort, den Angestellten, dem Essen und den Sonnenuntergängen. Viel mehr gibt’s dazu nicht zu sagen, die nachfolgenden Impressionen sprechen eigentlich für sich selbst.

Ubud

Mit einem englischen Pärchen, welches wir beim Tauchen kennengelernt haben, fuhren wir nach Ubud. Ubud sei bekannt für traditionelle Kunst und Tanz. Davon erkennt man nicht so viel, denn die Stadt ist zum Bersten voll mit Hotels, Cafes und Wellnesssalons. Ich war vor 8 Jahren schonmal in Ubud und da war das Städtchen schon sehr touristisch, doch der Ort ist so stark gewachsen, dass ich nichts mehr wiedererkannt habe.

In den Gassen von Ubud

In den drei Tagen an denen wir dort waren, hatten wir keine grossen Pläne, ausser uns vom Tauchen zu erholen, unsere bevorstehende Rollertour zu planen und uns durch die Restaurants und Cafes zu probieren.

Weg zur Unterkunft in Ubud 😄

Am zweiten Tag in Ubud besuchten wir den bekannten „Monkey Forest“, um uns die frechen Affen von nahem anzusehen. Im Vergleich zum letzten Mal als ich dort war, war der Affenwald deutlich verschönert und ist nun eine echt schöne und gepflegte Anlage. Dass diese frechen Racker keine Angst vor Menschen haben, zeigte sich gleich nach dem Eingang des Parks, wo es sich unzählige Affen auf dem Weg bequem gemacht haben und Touristen eher angriffen, als vor ihnen auszuweichen. 

Als wir uns schon einen grossen Teil des Parks angeschaut hatten, näherte sich Kevin einer Affenmutter mit Baby (aus vermeintlich sicherer Distanz). Als das Affenbaby sich dann etwas zu fest für Kevin interessiert hatte, sprang die Affenmutter auf seinen Oberarm und zeigte ihre scharfen Zähne. Bevor sich die aber ins zarte Oberarmfleisch von Kevin bohren konnten, holte er aus und schmetterte den Affen einige Meter von sich weg, unglücklicherweise direkt an einen Baum. Ups haha 😅. Sie scheint den Flug aber mehr oder weniger unversehrt überstanden zu haben.

Die besagte Affendame mit Nachwuchs

Nach dem Affenwald schauten wir uns einen Tempel im Zentrum von Ubud an und als Kevin danach ins Gym begab, gönnte ich mir eine Massage, schaute mir einen weiteren Tempel an und schlenderte durch nahegelegene Reisfelder.

Munduk

Um die Insel etwas besser und unabhängiger zu erkunden, mieteten wir uns beide einen Roller, deponierten einen Teil unseres Gepäcks in der Unterkunft und fuhren in Richtung des nördlichen Teils der Insel.

Los geehts 🥳

Sobald wir die Gegend um Ubud hinter uns gelassen hatten, wurden die Felder grüner und der Verkehr nahm etwas ab. Wir legten einen Zwischenstopp in einem Cafe ein, wo sie selbst Kaffee produzieren und viele verschiedene andere Gewächse in ihrem Garten hatten (Vanille, Zimt, Ananas, Kakao, Ingwer etc.).

Kaffee beim Trocknen

Im Schnelldurchlauf führte uns ein Angestellter durch den Garten und gab uns einige Infos mit auf den Weg. Danach probierten wir verschiedene Kaffees und Tees, während mir zwei Baby Luwaks (Schleichkatzen) auf den Schoss gesetzt worden sind und dort friedlich schliefen ❤️.

Mami Luwak

Anschliessend setzten wir uns wieder auf unsere Scooter und fuhren weiter in das Hochland von Bali. Unser Weg führte uns an Seen, Bergen und Tempeln vorbei. In Munduk angekommen, assen wir in einem örtlichen Warung (indonesisches Restaurant) zu Abend und genossen den Sonnenuntergang über Nordbali.

Auf dem Weg nach Munduk

Lovina

Von Munduk aus fuhren wir weiter direkt an die Nordküste. Der Weg führte uns über gebirgiges Terrain durch balinesische Dörfer. Die Strassen waren geziert von Palmen, Bananenbäumen, Blumen, Tempeln und immer wieder roch es nach Nelken, welche am Strassenrand getrocknet wurden. Je näher wir an der Küste waren, desto heisser wurde es und nicht mal der Fahrtwind schaffte Abhilfe. Glücklicherweise konnten wir im Hotel gleich einchecken und uns an den Pool legen. Was wir genau 15 Minuten lang gemacht haben, weil es viel zu heiss war an der Sonne. Am Abend setzten wir uns an den Strand und genossen den Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang bei Lovina

Kintamani

Der Ort Kintamani liegt bereits etwas im Nordosten von Bali und bietet eine wunderschöne Sicht auf den Vulkan Batur und den dazugehörigen See. In einem Restaurant mit Wahnsinnsaussicht genossen wir unser Zmittag und waren erstaunt darüber, wie viel günstiger dieses war, verglichen mit allen anderen fancy Restaurants im touristischeren Süden der Insel. 

Im Anschluss begaben wir uns hinunter in den riesigen vulkanischen Krater, aus dem sich in der Mitte der Mt. Batur erhebt und wo sich auch unsere Unterkunft befand. Der Weg zur Unterkunft war geziert von schwarzen Lavafeldern. Der Abend in der Unterkunft war relativ unspektakulär, während der Morgen danach für etwas mehr Action sorgte. Während Kevin sich am Pool sonnte, lag ich noch im Bett, als plötzlich das quietschende Geschrei eines Tiers an der Wand hinter unserem Bett ertönte. Als ich mich umdrehte, sah ich wie eine Schlange sich gerade ein Frühstück in der Form eines Froschs gönnte. Nachdem Kevin die Mitarbeiter des Hotels verständigt hat, eilte das halbe Dorf mit ihren Stöcken zur Hilfe.

Und da sich das Spektakel herumgesprochen hat, erschienen nach und nach mehr Schaulustige. Am Ende hat die Schlange den schwerverletzten Frosch losgelassen und sich aus dem Staub gemacht. Und genau das taten Kevin und ich dann auch.

Im Krater

Sidemen

Das Dorf Sidemen liegt im Südosten von Bali und ist umgeben von sehenswerten Reisfeldern. Der Weg von Kintamani nach Sidemen führte uns durch Wälder, über Reisfelder und vorbei am Vulkan Agung.

Der Vulkan Agung im Hintergrund

Für mich war das die mit Abstand schönste Fahrt. In einem Warung assen wir zu Mittag und liessen die Umgebung auf uns wirken. Am Nachmittag erkundeten wir die Gegend und genossen den Sonnenuntergang über den Reisfeldern von unserem Hotelbalkon aus.

Am nächsten Morgen stand ein Spaziergang über die Reisfelder an, wobei wir wahrscheinlich zu früh dran waren, sodass wir einige einheimische Damen beim morgendlichen Bad im Bach nebenan ertappten. Der Spaziergang bot nicht nur eine gute Aussicht auf die Reisfelder, sondern auch auf den Vulkan Agung im Hintergrund. Doch schon bald wurde es so heiss, dass wir uns zurück zu unseren Rollern begaben. Sidemen war der perfekte Abschluss unserer Rollertour rund um Bali und ich wünschte wir hätten etwas mehr Zeit in dem ruhigen, idyllischen Ort verbracht.

Der Weg zurück nach Ubud war recht mühsam, da es unglaublich viel Verkehr hatte und wir mit Abgasen eingenebelt worden sind. Zurück in Ubud machten wir nicht viel, ausser uns die Zeit in unserem Lieblingscafe zu vertreiben und nochmals zur Massage zu gehen (zumindest ich 😇).

Nusa Penida

Von Ubud aus fuhren wir nach Sanur im Süden und schnappten uns ein vollgestopftes Boot, welches uns auf die Insel Nusa Penida beförderte. Diese ist verglichen mit dem Rest von Bali eher ruhig, da viele Leute die Insel einfach als Tagestouristen besuchen. Wir mieteten uns erneut Roller, um die Insel zu erkunden.

Am ersten Tag besuchten wir den Diamond Beach Aussichtspunkt, auf der östlichen Seite der Insel. Wir sind ein Teil des steilen Wegs zum Strand heruntergelaufen (hauptsächlich um Fotos zu schiessen) und dann wieder umgekehrt. Denn Flipflops, sandige, steile Treppen sowie meine Trittsicherheit sind eine sehr risikoreiche Kombination.

Diamond Beach

Wir machten es uns an der Atuh Beach, dem Strand in der Bucht nebenan, gemütlich und genossen die Zeit, bevor einige Tagestouristen ankamen. Der Weg dort hinunter und wieder hoch war ebenfalls ziemlich steil und da wir in der Mittagssonne den Aufstieg wagten, hatte ich oben direkt einen kleinen Schwächeanfall 😂.

Atuh Beach

Am zweiten Tag fuhren wir zum Kelingking Aussichtspunkt, wo die Küste einem Dinosaurier ähneln soll. Wir bestaunten den Felsen im Meer zuerst von oben und begaben uns anschliessend eine steile Treppe hinunter zu einem weiteren Aussichtspunkt, mit ähnlicher Ausrüstung wie am Vortag. Als wir wieder hochstiegen, begann es zu schütten und wir fanden Unterschlupf in einem Café. Währenddessen kamen die Touristengruppen vom Festland an und durften die Aussicht im Regen geniessen.

Kelingking Beach

Da das Wetter auch den Rest des Tages etwas durchschnittlich war, haben wir nicht viel mehr unternommen.

Gili Air

Am nächsten Tag nahmen wir direkt von Nusa Penida ein Schnellboot auf die Insel Gili Air, welche bereits zu Lombok gehört. Zum Glück war dieses Boot weitaus bequemer.

Auch auf Gili Air war ich schon mal und fand Gefallen an den schönen Stränden und Sonnenuntergängen. Ich hatte die Insel aber etwas idyllischer und gepflegter in Erinnerung. Dennoch genossen wir die zwei Tage mit Yoga, Fitness und Strandbars, bevor wir dann weiter nach Lombok gingen.

Kuta Lombok

Unsere letzte Etappe in Indonesien war das Städtchen Kuta im Süden von Lombok. Als ich vor 4 Jahren durch Indonesien gereist bin, war das mein liebster Ort. Zwei Stunden dauerte die Fahrt vom Hafen im Nordwesten in den Süden. In Kuta angekommen, gönnten wir uns erstmal eine überteuerte, aber leckere Pizza.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Roller an meinen Lieblingsstrand Tanjung Aan, östlich von Kuta. Da in den letzten Jahren im Süden von Lombok eine Motorradstrecke gebaut worden ist, sah die ganze Umgebung und Infrastruktur total anders aus. Aus einer einfachen Strasse wurde eine vierspurige Hauptstrasse. Immerhin war der letzte ungeteerte Abschnitt immer noch derselbe. Am Strand angekommen, war ich etwas ernüchtert. Denn der Strand war nicht schneeweiss, sondern teilweise von Seegras bedeckt (was aufgrund der anbrechenden Regenzeit wahrscheinlich normal ist) und voller Abfall. Dennoch mieteten wir uns Sonnenschirm und Liegestuhl und genossen den Tag.

Am Folgetag fuhren wir mit unserem Roller der Küste entlang in Richtung des Strandes Selong Belanak, welcher insbesondere bei Surfern beliebt ist. Zudem ist der Strand kilometerlang, richtig breit und war im Vergleich zu Tanjung Aan sauber.

Zwischenstopp

Auf dem Weg zum Strand hatten wir ziemliches Glück nicht vom Roller gefallen zu sein. In einer Rechtskurve kam unser Hinterreifen plötzlich ins Schleudern und Kevin konnte den Roller gerade noch ausbalancieren. In einer nahegelegenen Garage stellte ein Mechaniker die Diagnose, dass der Schlauch im Hinterreifen geplatzt ist. Glücklicherweise kostete der Schlauchwechsel inkl. Pumpen nur 3 Franken und wir waren schon bald wieder unterwegs.

Selong Belanak Beach; das Wetter war besser als es aussieht auf dem Foto

An unserem letzten ganzen Tag in Kuta und Indonesien wollten wir noch einmal zur Selong Belanak Beach zurückkehren, jedoch machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. So verbrachten wir dann den Tag im Café und im Gym. Was solls.

Somit neigten sich unsere 3 Wochen Indonesien dem Ende zu. Und auch wenn uns das Land erneut recht gut gefallen hat (insbesondere das Tauchen in Komodo), freuten wir uns sehr darauf, bald etwas völlig Neues zu entdecken. Ihr könnt also gespannt sein.

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