Nachdem sich die Wege von Kevin und mir vorübergehend getrennt haben, standen mir noch weitere 2 Wochen in Zentralamerika bevor. Ich hatte nämlich vor, mit meinem Mami Costa Rica zu bereisen.
Da ich vor ca. 5 Jahren schonmal nach Costa Rica gereist bin, hatte ich mir für dieses Mal vorgenommen, einige neue Orte zu erkunden. So ist Mami bereits etwas früher angereist und hat die Hauptstadt San Jose, Manzanillo an der Karibikküste und den Parque Nacional de Tortuguero besucht.

Sarapiqui
Als ich in San Jose gelandet bin, schnappte ich mir unseren 4×4 und fuhr in Richtung Sarapiqui, wo Mami bereits auf einer Farm auf mich gewartet hat. Die erste Nacht verbrachten wir nämlich auf der Finca Sura, wo Einheimischen Stadtbewohnern und Touristen gezeigt wird, wie denn gewisse Früchte und Gemüse auf dem Land wachsen.

Am ersten Abend zeigte uns der Eigentümer Rodolfo die typischen grünen Frösche von Costa Rica. Nachdem wir einen von weitem gesehen haben und kein weiterer Frosch in Sicht war, wollten Mami und ich schon aufgeben, aber Rodolfo war hartnäckig. So hat er uns noch einen zweiten Frosch gefunden, der schliesslich Mami’s Handy angesprungen hat. Also so quasi eine richtig nahe Begegnung.

Am nächsten Morgen führte uns Alessandro, der Neffe von Rodolfo, durch die Farm und zeigte uns lokale Flora und Fauna. Wir konnten frische Ananas direkt vom Feld probieren, wobei wir die Reste den Schweinen verfüttert haben, welche sich lediglich von Ananas ernähren. Zuletzt gab es noch einen frischen Saft aus Zuckerrohr und Inger, gespickt mit etwas Rum. Anschliessend zogen wir los nach La Fortuna.

La Fortuna
La Fortuna ist bekannt für den Vulkan „El Arenal“, Outdoormöglichkeiten und heisse Quellen. Ich war schonmal da, aber es hat mir gut gefallen, darum hatte ich keine Probleme damit zurückzukehren. Anfangs April hatte Mami Geburtstag, daher habe ich einen ereignisreichen Tag geplant.

Zuerst sind wir zu einem Park gefahren, wo man viele Faultiere sehen soll. Bei einem 1-2 stündigen Spaziergang haben wir in der Tat einige Faultiere entdeckt, darunter auch ein Junges. Nebst dem sichteten wir viele Vögel und bunte, giftige Frösche.
Am Nachmittag fuhren wir zu den „Ecotermales“, also heissen Quellen inmitten des Dschungels. Im heissen Wasser verweilten wir einige Stunden, während wir hin und wieder einen Margaritha genossen.

Auf der Rückfahrt machten wir Halt bei einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Vulkan Arenal, während wir Bier und Chips verzehrten.

Am Folgetag düsten wir weiter in Richtung Monteverde entlang der Laguna de Arenal, hielten aber schon bald beim Místico Arenal Hanging Bridges-Park, wo wir dem Trail folgten und die vielen Hängebrücken überquerten.

Ganz am Ende des Weges konnten wir noch eine Familie Affen beim Rumturnen beobachten. Danach machten wir uns weiter nach Monteverde und je näher wir an unser Ziel gelangten, desto holpriger wurde die Strasse, aber Mami manövrierte unser Auto mit Bravour.

Monteverde
Monteverde liegt in den Bergen von Costa Rica und ist bekannt für seinen tropischen Wolkenwald. Da wir aber ziemlich in der trockensten Zeit vor Ort waren, waren die umliegenden Wälder nicht neblig und nass. Alles halb so schlimm. Unsere Unterkunft verfügte über einen riesengrossen Garten, wo immer wieder Tiere vorbei schauten. Das veranlasste Mami dazu, den halben Nachmittag auf der Veranda draussen zu verbringen und Tiere zu beobachten.

Da wir noch nicht genug von der costaricanischen Tierwelt hatten, sind wir am nächsten Morgen früh aufgestanden und haben den naheliegenden Park Curi-Cancha aufgesucht. Vor Ort mussten wir leider feststellen, dass die erste Tour erst um 08.00 losging. Dementsprechend hatten wir noch eine Stunde Zeit, den Park auf eigene Faust zu erkunden. Gleich auf dem Parkplatz haben wir unseren ersten Tukan gesichtet, der wohl auf Nahrungssuche war. Im Park selbst haben wir einen Busch voller Kolibris entdeckt, worauf die Stunde schnell vorbei ging.





Anschliessend führte uns unser Guide durch die Wälder und zeigte uns noch Vieles mehr. So haben wir eine Tarantel, einen anderen Tukan, Coatis, Affen, ein Faultier und diverse Vögel sowie Insekten gesichtet. Alles in allem war das also ein sehr erfolgreicher Morgen. Am Nachmittag wurde Mami noch von der Abenteuerlust gepackt und darum haben wir noch einen Zipline-Park aufgesucht. Bereut haben wir das definitiv nicht, denn der Selvatura Park hat über 13 verschiedene Ziplines, wobei die längste 1 Kilometer beträgt. So sind wir über die Baumwipfel von Monteverde geflitzt und haben uns die Seele aus dem Leib gekreischt (ok ich zumindest). Und so waren zwei ereignisreiche Tage in Monteverde bereits wieder zu Ende und wir machten uns auf den Weg an die Küste.
Samara
Das Küstenörtchen Samara liegt auf der Nicoya-Halbinsel an der Pazifikküste. Es dauerte etwas, bis wir die kurvenreichen Strassen von Monteverde hinter uns gelassen haben. In unserer Yoga-Unterkunft in Samara angekommen, machten wir uns gleich hungrig auf die Suche nach einem Zmittag. Unglücklicherweise haben wir uns das wohl langsamste Restaurant der gesamten Gegend ausgesucht und mussten uns in Geduld üben. Danach legten wir uns an den Strand, unter die vielen Palmen. Für unser Abendessen entdeckte ich ein französisches Restaurant in der Nähe und nötigte Mami bei abklingendem Gewitter dort hinzuspazieren. Ganz doof war es nicht, denn kaum hatte der Regen und das Gedonnere ganz aufgehört, war das Restaurant rappelvoll. Mami war etwas traumatisiert, aber glücklicherweise hat der feine, überbackene Camembert das Meiste gerichtet.

Der nächste Tag begann mit einer Yogalektion, gefolgt vom Frühstück in der Unterkunft. Danach haben wir uns an den Strand gelegt, gelesen, geschlafen, Margarithas genossen und den Surfern beim Wellenreiten zugeschaut. Während Mami sich noch auf einen Spaziergang begab, wiederholte ich die zuvor genannten Punkte.

Auch der nächste Tag startete gleich, wobei wir uns nach dem Frühstück an den nahegelegenen Strand „Playa Carrillo“ begaben und diesem entlang spazierten, was echt schön war. Der Abend endete damit, dass wir uns nochmals ins französische Restaurant begaben.

Quepos
Von Samara ging es weiter südlich, immer der Pazifikküste entlang. Gehalten haben wir eigentlich nur bei einer Brücke, von der man riesige Krokodile sichten konnte. Als wir 2-3 von diesen Viechern gesehen haben, zog es uns weiter nach Quepos.


Dieser Ort ist eigentlich die perfekte Ausgangslage für den Manuel-Antonio-Nationalpark. Da ich dort aber schon mal gewesen bin und mich die Menschenmassen damals etwas abgeschreckt haben, verzichteten wir auf den Besuch.

Dennoch konnten wir unzählige Totenkopfäffchen beobachten, die zuerst auf unserem Bungalowdach turnten, dann in den Bäumen nebenan, bis sie dann über eine Stromleitung die Strasse überquerten und sich davon machten. Am nächsten morgen ging es weiter in Richtung Süden.
Uvita
Auf unserem Weg nach Uvita machten wir Halt im nahegelegenen Ort „Dominical“, wo wir zuerst frühstückten und uns danach an den Strand begaben. Einmal mehr ging Mami spazieren und ich legte mich in die Sonne. Da es aber so brütend heiss war, war das Ganze nur von kurzer Dauer. Anschliessend schlenderten wir noch durch den Markt, direkt neben dem Strand und fuhren danach weiter nach Uvita.

Uvita ist ein kleines Städtchen an der südlichen Pazifikküste von Costa Rica. Im Vergleich zu allen anderen Orten die wir zuvor besucht haben, ist es recht ruhig dort. Uvita ist bekannt für den Nationalpark Marina Ballena, der über eine Halbinsel in der Form einer Schwanzflosse eines Wals verfügt. Zudem können zur richtigen Jahreszeit Wale in der Nähe der Küste beobachtet werden, was im April leider nicht der Fall war. Was mich jedoch dorthin gelockt hat, ist das nahegelegene Tauchgebiet „Isla del Caño“. Doch das musste noch etwas warten.

Am ersten ganzen Tag in Uvita, besucheten wir einen nahegelegenen Wasserfall, den man auch hätte herunterrutschen können. Mir fehlte jedoch etwas der Mut dafür sowie die Lust, nass zu werden. Wir begnügten uns damit, die Füsse zu baden und den Leuten beim Runterrutschen zuzusehen. Danach wollten wir einen Aussichtspunkt besuchen, fuhren aber mit unserm 4×4 etwas in die Pampa – ohne was zu sehen. Am späteren Nachmittag begaben wir uns in den Marina Ballena Park und spazierten dem wunderschönen Strand, bis hin zur Halbinsel entlang.
Diese ist übrigens nur bei Ebbe erreichbar. Auf dem Rückweg, direkt neben unserer Unterkunft, sahen wir noch unzählige rote Papageien, die Früchte auf den umliegenden Bäumen speisten.

Am nächsten Tag ging es für mich sehr früh los, denn es erwarteten mich zwei Tauchgänge auf der Isla del Caño. Die Insel ist rund eine Bootsstunde entfernt. Bereits auf dem Hinweg wurde unser Boot von Delfinen begleitet. Der erste Tauchgang war etwas unspektakulär, da unglaublich viel Sand aufgewirbelt wurde, sodass es ausgesehen hat, wie in einer Kläranlange und die Sicht war dementsprechend schlecht. Daher hatte ich für den zweiten Tauchgang nicht allzu grosse Hoffnungen, wurde dann aber positiv überrascht. Da dieser Tauchplatz etwas entfernt lag und über grössere Strömungen verfügte, war die Sicht unglaublich klar. Quasi das Gegenteil von vorher. Schon bereits beim Abtauchen haben wir Riffhaie und unglaublich viele Fische gesehen. Etwas später haben wir ca. 20-30 Rochen in Formation gesichtet. Unterdessen war ich bereits etwas erschöpft von der Strömung und dem zackigen Schwimmstil unseres Tauchlehrers, als er uns energisch gewinkt hat, wir sollen im doch folgen. Offensichtlich hat er was entdeckt. Ich war kurz davor aufzugeben und es einfach sein zu lassen, als ich schliesslich vor mir eine unglauuuublich grosse Manta (zwischen 5-6 Meter Spannweite) gesehen habe! Hat sich also sowas von gelohnt, mich ins Elend zu treiben 😀 Und das war der krönende Abschluss meines Tauchabenteuers.

In der Zwischenzeit hat sichs Mami bequem gemacht in einem nahegelegenen Resort mit Aussicht auf die Halbinsel. Dort haben wir schliesslich auch den Abend ausklingen lassen und den ein oder anderen Drink geschlürft. Geendet hat es damit, dass wir gedacht haben, unser Autoschlüssel funktioniere nicht mehr. Dummerweise standen wir einfach auf dem falschen Parkplatz, neben dem falschen Auto :D. Das nächste Mal wohl ein Glas Wein weniger, gäll Mami 😅.
Parque Nacional Los Quetzales
Da wir nicht mehr denselben Rückweg nach San José einschlagen wollten, machten wir einen Abstecher via den Parque Nacional Los Quetzales, wo wir unsere letzte Nacht verbrachten. Da ich etwas unterschätzt habe, wie hoch in den Bergen dieser Park liegt, ist „kurz“ etwas Panik ausgebrochen, da sich Tauchen und Höhe nur schlecht vertragen. Aber nichts passiert. Also traten wir unsere Reise von Meereshöhe auf rund 2`700 M.ü.M. an. In diesem Nationalpark sollte man den berühmten, schönen Quetzal Vogel sehen. Die Chance diesen zu sehen, war morgens früh am Grössten. 5 Uhr morgens in Kombination mit dem hohen Preis schreckten uns aber ab und wir begnügten uns mit den herzigen Kolibris, gleich bei unserer Unterkunft.
Der Höhenunterschied machte sich insbesondere in der Temperatur bemerkbar und somit waren wir froh über den wärmenden Kamin in der Lobby sowie einer heissen Schokolade. Mami stand an unserem Abreisetag trotzdem früh auf, in der Hoffnung noch einige weitere Vögel zu entdecken. Am meisten hatte sie jedoch von den beiden, die mit Ach und Krach in unsere Scheibe geflogen sind. Nach einer eiskalten Dusche (zumindest für mich) traten wir unsere Fahrt in Richtung San José Flughafen an.

Somit waren zwei Wochen Costa Rica für uns beide sowie 7 Monate Reisen für mich schon vorbei. Und obwohl ich es unglaublich genossen habe, freute ich mich doch schon sehr darauf, bald wieder in der Schweiz zu sein.

















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