Nach 5 Monaten in Südamerika führte uns unsere Reise nach Nordamerika. Mexiko stand anfangs nur auf der Liste unserer Alternativen, falls wir nicht nach Asien könnten, dennoch waren wir sehr froh, diese Reise unternommen zu haben.
Cancún
Kein Weg führt an der Touristenhochburg Cancún vorbei, wenn man die Halbinsel Yucatán bereisen will. Also sind wir mit dem Flieger von Bogotá nach Cancún geflogen. Im Stadtzentrum (also weit weg von den All-Inclusive-Hotelbunkern) haben wir unsere simple Unterkunft bezogen. Gleich darauf haben wir eine Taqueria aufgesucht, um uns leckere Tacos zu gönnen. Die dortigen Tacos gehörten bis zum Schluss unserer Reise zu unseren absoluten Favoriten und wir hatten viele davon. Wir hätten also fast nicht besser ankommen können.
Isla Mujeres
Ursprünglich wollten wir einen Abstecher nach Belize machen, um dort tauchen zu gehen, was uns aber aufgrund der komplizierten Corona-Einreiseregeln zu umständlich und teuer war. Also buchten wir uns stattdessen einen Aufenthalt auf der Isla Mujeres, welche unweit von Cancún entfernt liegt und auch zum Tauchen geeignet ist.

So befanden wir uns also am ersten ganzen Tag auf einem Tauchboot, welches uns über das türkisblaue Wasser in Richtung MUMA (Unterwassermuseum) beförderte. Dieses entstand vor ca. 15 Jahren und wurde gebaut, um die Touristen vom Riff wegzubringen, um es entsprechend zu schonen. Das Unterwassermuseum besteht aus mehr als 500 Skulpturen, welche inzwischen selbst etwas von Korallen und Pflanzen überwachsen sind und Schutz für gewisse Tiere bieten. Auch ein VW Käfer ist auf dem Grund zu finden. Dort zu tauchen hat uns viel Spass bereitet. Etwas weniger Spass hatten unsere beiden Tauchkollegen (insbesondere an der Oberfläche), da sie beide seekrank geworden sind. Keine Ahnung warum, wir waren selten auf einem so ruhigen Meer unterwegs. Der zweite Tauchspot war dann das Riff, welches unerwartet schön war. Nicht nur waren die Korallen sehr bunt, sondern es hatte auch unglaublich viele Fische. Am Ende des Tauchgangs haben wir zudem noch einen riesigen, gefleckten Adlerrochen gesehen. Insgesamt hat uns das Tauchen dort um einiges besser gefallen als auf San Andres in Kolumbien.
Nebst dem Tauchen haben wir noch einen Strandtag eingelegt. Der Strand war zwar sehr rege besucht, aber auch fast der schönste auf unserer Reise. Nicht nur war der Sand schneeweiss, sondern das Wasser türkisblau vom Feinsten. Auch wenn die Isla Mujeres sehr touristisch ist, hat es uns doch ganz gut gefallen.

Isla Holbox
Von der Isla Mujeres ging es weiter auf die Isla Holbox, welche im Norden von Yucatán liegt und wohl schon zum Golf von Mexiko gehört. Holbox wird oftmals als eine etwas gemütlichere, weniger touristische Insel angepriesen. Nun ja, touristisch ist sie auf jeden Fall, aber das Gemütliche können wir unterschreiben. Zur richtigen Jahreszeit kann man dort auch mit Walhaien schnorcheln. Leider waren wir etwas zu früh dran.

Unsere Zeit auf Holbox haben wir sehr ruhig angehen lassen und haben die Tage damit verbracht, am Meer zu entspannen, lesen und uns gelegentlich ein Getränk zur Abkühlung gönnen. Der Strand auf Holbox wäre wohl der mit Abstand Schönste, den wir bis zu diesem Zeitpunkt gesehen haben, da man kilometerweise dem Strand entlanglaufen oder auch mehrere dutzend Meter ins Meer waten konnte. Leider war aber der Strand Anfangs März voller Seegras, was die Idylle ein Mü gestört hat. Eigentlich kann man fast nichts dagegen machen, jedoch hatte es in diesem Fall nur vertrocknetes Seegras am Strand (nicht im Wasser). Daher haben wir uns etwas gewundert, warum dieses von Strandbars nicht einfach zur Seite geschafft wurde. Aber was solls.


Abends war das Städtchen zum Bersten voll mit Touristen, daher war es schwierig, ohne Wartezeiten in ein gutes Restaurant zu gelangen. Aus diesem Grund haben wir uns am Hauptplatz mit Strassenleckereien eingedeckt und das definitiv nicht bereut (ok anfangs gab es einen kleinen Fehlgriff). Wir haben uns die leckeren Quesadillas, Tostadas und Tacos schmecken lassen, bevor wir letztendlich am Dessertstand gelandet sind. Dort gab es Marquesitas (frische dünne Waffel gefüllt mit Nutella und Banane).
Leider verliessen wir Holbox nach 3 Tagen schon wieder und machten uns auf den Weg in Richtung Tulum.
Tulum
Tulum ist der berühmt-berüchtigte Ferienort, welcher insbesondere in den letzten Jahren von Bloggern und Instagrammern angepriesen worden ist. Das hätte uns eigentlich schon alles sagen müssen.
Wir haben vier Tage in Tulum geplant, wobei wir am ersten Tag in zwei der nahegelegenen Cenoten (eine Art Höhle, meistens offen, mit Grundwasserzugang) tauchen zu gehen. Zuerst besuchten wir die Cenote Angelita, welche bis zu 55 Meter tief ist. Diese ist bekannt dafür, dass sich auf rund 27 Meter unter Wasser eine Art Hydrogensulfat-Wolke befindet. Aus dieser ragt in der Mitte eine kleine Insel mit vielen Baumstämmen und Ästen, die aber teilweise auch von der Wolke erfasst werden. Dieses Erlebnis war spektakulär und mystisch, wenn auch ein bisschen beängstigend. Ausser der Wolke auf 27 Metern und einem kleinen Tunnel auf 15 Meter, gab es nicht viel mehr zu sehen.

Die zweite Cenote hiess «Aktun Ha» (auch als Car Wash bekannt) und ist viel weniger tief als die erste und beheimatet wunderschöne Unterwasserlilien und einige Fische. Zudem konnten wir in Teile einer Höhle herabtauchen und die verschiedenen Steinformationen begutachten. Auch wenn die erste Cenote sehr aussergewöhnlich war, hat es mir mehr Spass bereitet, in der zweiten zu tauchen.
Abends organisierte Kevin uns einen Roller, sodass wir die Gegend etwas unabhängiger erkunden konnten. Leider gerieten wir rund 50 Meter von unserer Unterkunft entfernt in eine Polizeikontrolle, wobei uns vorgeworfen wurde, dass wir durch eine Einbahn gefahren seien (Spoiler alert: es war nirgends angeschrieben). Das war den mexikanischen Polizisten aber egal, denn sie hatten wohl die Aufgabe, den Touristen möglichst viel Bussgeld abzuknüpfen und daher haben sie Kevins Führerschein mitgenommen. Diesen konnten wir gegen Bezahlung eines Bussgelds am nächsten Tag wieder auf dem Revier abholen. Ah ja, alle Einheimischen wurden natürlich freundlich darauf hingewiesen, zu wenden (wenn überhaupt), jedoch musste keiner von denen eine Busse bezahlen. Als wir am nächsten Tag dem Polizeirevier erfahren haben, dass dafür satte 130 Fr. Busse fällig werden, haben wir den Führerausweis sicherheitshalber unter einem Vorwand beidseitig fotografiert und dann mit Vergnügen dort gelassen. Ist deutlich günstiger in der Schweiz einen Neuen zu beantragen.
Nach diesem Vorfall besuchten wir einen Markt in der Nähe unserer Unterkunft, welchen mehrheitlich Einheimische zu besuchen scheinen. Ist den Bloggern wohl nicht fancy genug. Dabei gönnten wir uns Gemüsetacos mit seeeehr viel Käse, was ausgesprochen lecker war. Und zum Nachtisch erhielt Kevin endlich seine langersehnten Churros.

Am späten Nachmittag des Folgetags haben wir noch den Strand von Tulum besucht, welcher eigentlich recht schön ist. Jedoch war das Meer schon etwas rau und bald darauf hat es zu schütten begonnen. Wenigstens wurden auf der Rollerfahrt zurück der ganze Sand und das Meerwasser schon abgewaschen. Am Abend trafen wir uns dann mit einer Kollegin aus der Schweiz, die zufällig auch gerade in Tulum war.

Am Folgenachmittag besichtigten wir die Maya Ruinen von Tulum, welche direkt am Meer liegen. Obwohl es vor der Kasse etwa ähnlich viele Menschen hatte wie im Tayrona National Park in Kolumbien, dauerte es zum Glück nicht mal 30 Minuten, bis wir drin waren. Die Ruinen waren ganz nett, also verbrachten wir rund eine Stunde damit die Wege abzulaufen und die unterschiedlichen, verbleibenden Gebäude zu besichtigen (von aussen versteht sich). Abends besuchten wir den «Palma Central» Streetfood Markt, wo zur gleichen Zeit ein Kult oder eine Sekte ein Fest gefeiert hat (so hat es auf uns zumindest gewirkt). Oder aber wir haben den Ort gefunden, wo sich Coachella-Festival-Besucher den Rest des Jahres aufhalten. Auf jeden Fall sahen wir viel unterhaltsames, rochen jede Menge Rauch von Räucherstäbchen und durften ganz ganz viel Liebe erfahren. Das Essen war hingegen echt gut, einfach doppelt so teuer wie auf dem einheimischen Markt.

Und so war die Zeit in Tulum dann auch schon vorbei. In den Cenoten zu tauchen war echt toll und Tulum hat einige nette (teure) Kafis und Restaurants, aber letztendlich hat es uns nicht wirklich gefallen. Es war uns einfach viel zu touristisch, man hat das Gefühl jeder möchte dich abzocken und die Stadt Tulum ist gar nichts Schönes. In freudiger Erwartung zogen wir weiter in Richtung Bacalar.
Bacalar
Der Ort Bacalar liegt an der gleichnamigen Lagune Bacalar in der Nähe der Grenze zu Belize. Die Lagune ist bekannt dafür, viele verschiedene Blautöne aufzuweisen. Am Ankunftstag schauten wir uns das Städtchen rund um den Hauptplatz an. Verglichen mit Tulum war es deutlich entspannter. Es ist auch touristisch, aber (noch) nicht mal ansatzweise so wie alle anderen Orte in Yucatán.

Am nächsten Tag mieteten wir Velos um die Lagune sowie die Cenoten, welche dem Seeufer entlang liegen, zu besuchen. Begonnen haben wir ganz hinten mit der «Cenote Azul». Diese Cenote ist ca. 90m tief und dementsprechend recht dunkel. Dort badeten wir, danach genoss ich die Sonne während Kevin Freude an den kleinen Fischlis in der Cenote fand.

Eine Stunde später schnappten wir unsere Fahrräder und fuhren zur Cenote Cocalitos. Auf der Wiese machten wir es uns bequem und staunten nicht schlecht über die Cenote, welche direkt mit der Lagune verbunden ist. Denn die Cenote und die Lagune glichen eher an einem Karibikstrand, da das Wasser türkisblau und traumhaft war. Direkt beim Ufer der Lagune konnte man Stromatolithen begutachten, eine Art fossiler Stein und Vorfahre von Korallen.

Nachdem wir die Seele baumeln lassen haben, fuhren wir zurück nach Bacalar, brausten durch die Strassen und gingen anschliessend aufgrund der brütenden Hitze stark schwitzend zurück ins Hotel. Abends gab es noch richtig leckere Burger und am Tag darauf mussten wir leider schon weiter. Im Nachhinein hätten wir gewünscht, mehr Zeit in Bacalar eingeplant zu haben.
Playa del Carmen
Nach Bacalar gings nämlich in eine der Touristenhochburgen der Yucatán-Halbinsel – Playa del Carmen. Dort gingen wir hin, weil es geheissen hat, dass die Strände schön seien und wir uns mit Kevin’s ehemaligem Arbeitskollegen und seiner Familie treffen wollten.

Viel gemacht, ausser am Strand zu liegen, zu essen und in der belebten Promenade von Playa del Carmen zu flanieren, haben wir ehrlichgesagt nicht. Der Strand war in Ordnung, jedoch aufgrund der Saison voller Seegras. Und obwohl wir den Massentourismus nach dieser Zeit in Mexiko langsam gesehen haben, war die lebhafte Promenade dennoch recht unterhaltsam, bot viele Restaurants, Kaffees und Lädeli. Nach 3 Tagen zog es uns weiter ins Inland von Mexiko.

Valladolid
Die Kleinstadt Valladolid ist ein beliebtes Ausgangszentrum zu den Chichén Itzá Ruinen. Denn im Gegensatz zu Cancún oder Playa del Carmen, liegt Valladolid nur ca. 40 Minuten von den Ruinen entfernt. Schon nach einigen Minuten in der Stadt hatten wir den Eindruck, schon etwas mehr im richtigen Mexiko angekommen zu sein.


Abends schlenderten wir durch Valladolid und assen in einem typischen yucatekischen Restaurant zu Abend. Gemäss Kevin gab es dort die besten Tacos mit Schweinefleisch (Cochinita Pibil – ein Säuli das über Stunden im Boden gegart wird).

Am nächsten Morgen liefen wir früh zur Station der Colectivos (Sammeltaxi, das erst losfährt, wenn es voll ist). Dieses sollte uns nämlich pünktlich zur Öffnung um 8 Uhr morgens nach Chichén Itzá bringen. Es hat geheissen, dass dann noch nicht viele Leute vor Ort seien und man die Ruinen geniessen könne, bevor die ganzen Massen an Touristen aus ihren Hotelbunkern in Cancún anreisten. Schon beim Eingang waren wir etwas skeptisch, da doch schon einige Leute vor Ort waren. Drinnen war es dann auch nicht anders. Aber was solls. Verglichen mit den Mengen an Touristen, die später noch kamen, war es tatsächlich fast noch idyllisch.

Wir schlenderten durch die Ruinen, bestaunten die Hauptpyramide sowie das Ballspielstadion und schossen unsere Fotos. Die Hauptpyramide war schon sehr eindrücklich zu sehen, aber da nur ein sehr kleiner Teil der Ruinen auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist, hat man es eigentlich ziemlich schnell gesehen.

Auf der Rückfahrt hat uns der Colectivofahrer dann erklärt, dass heute ein spezieller Feiertag sei und es darum so viele Leute gehabt hatte. An diesem Tag sollte nämlich die Sonne so stehen, dass eine bestimmte, in Stein gemeisselte Schlange in der zur Ruine gehörenden Cenote beleuchtet wird. Das passiere nur zweimal im Jahr (21. März und 21. September). Haben wir natürlich nicht gesehen, aber die Enttäuschung hielt sich auch in Grenzen. Den Nachmittag liessen wir im hübschen Valladolid ausklingen, bevor wir dann am nächsten Tag nach Mérida weiterfuhren.

Mérida
Mérida ist die Hauptstadt des Bundesstaats Yucatán und liegt etwa 2h Busfahrt von Valladolid entfernt. Was gefühlte 2h entfernt vom Busbahnhof lag, war unsere Unterkunft in Mérida. In Mexiko haben wir es uns angeeignet, vom Busbahnhof zur Unterkunft zu laufen, da Taxis generell über keine Taxameter verfügen und der Preis Verhandlungssache ist. Und selbst wenn man diesen versucht runterzuhandeln, bezahlt man immer noch viel mehr als in allen anderen Ländern, in denen wir waren. Insbesondere an Orten, wo man kaum Alternativen hat (z.B. Flughäfen), sind die Preise absolut unverhältnismässig.

Verschwitzt sind wir in unserer Unterkunft angekommen und ruhten uns erst mal aus, bevor wir in eine nahegelegene Cantina gingen. Cantinas sind eine Art mexikanische Pubs. Für uns war es die mexikanische Version eines deutschen Brauhauses, mit Tacos, Margeritas und Latinomusik. Weil uns die Atmosphäre so gut gefallen hat, haben wir uns gleich durch die Getränkekarte probiert. Der Abend hat damit geendet, dass Kevin eine Freundschaft mit Mini-Maradona geschlossen hat und wir am nächsten Tag ein Mü verkatert waren. Hat sich jedenfalls gelohnt.


Am nächsten Tag erkundeten wir die Stadt zu Fuss und waren echt begeistert von all den schönen, bunten Häuschen. Bei brütender Hitze schauten wir uns die Innenstadt an, gefolgt von dem Markt Lucas de Galvéz. Auf diesem Markt konnte man alles ergattern, was man sich vorstellen kann. Über Gemüse (und weiteren wohlriechenden Lebensmitteln) bis hin zu Schmuck und Schuhe. Voller Neugier begutachteten wir alles Neue und schauten belustigt einem volltättowierten Amigo zu, wie er schwitzend und weinend eine Habanero-Chili verspeist hat (aus welchen Gründen auch immer). Abends liefen wir noch dem Paseo de Montejo entlang, ein Boulevard gesäumt von alten Villen und Museen. Leider war damit unsere Zeit in Mérida schon zu Ende.


Campeche
Unsere nächste Station war das Städtchen Campeche. Dort verbrachten wir nur eine Nacht, um die lange Reisestrecke nach Palenque zu verkürzen. Nachdem wir in der Unterkunft angekommen waren, schnappten wir uns das Taxi in die Innenstadt, um uns die vielen Gebäude im Kolonialstil anzuschauen.

Die Innenstadt ist nicht gross, aber echt schön und wir waren froh, haben wir immerhin eine Nacht dort verbracht. Mehr ist aber nicht nötig.


Palenque
Unser nächstes Etappenziel war, wie zuvor schon angetönt, das Städtchen Palenque. Die Stadt liegt 6 Stunden Busfahrt von Campeche entfernt. Unweit von der heutigen Stadt Palenque befindet sich eine Grabungsstätte einer ehemaligen Mayametropole. Die Ruinen befinden sich mitten im Dschungel und nur 5 Prozent der Stätte ist tatsächlich freigelegt. Mit dem Colectivo fuhren wir zum Parkeingang, wo wir uns im Gegensatz zu Chichén Itzá einen Guide geleistet haben. Das aus dem Grund, weil Palenque für die Mayas auch relevanter gewesen sei als Chichén Itzá.

Barbara führte uns durch die Ruinen, welche im Dschungel eingebettet sind und gab diverse Informationen zu den Ruinen und den Mayas preis. Zwei Anekdoten fanden wir besonders skurril. Der Mayakalender (welcher ausserordentlich akkurat ist) hat 18 Monate zu jeweils 20 Tagen (Insgesamt 360 Tage). Jeweils anfangs August gab es einen zusätzlichen, kurzen Monat mit 5 Tagen, zu welchem Feierlichkeiten ausgetragen worden sind. Kinder, die in diesem Zeitraum geboren sind, wurden getötet, da sie die Feierlichkeiten gestört haben. Die zweite Anekdote betraf das Ballspielstadion (welches es wie auch in Chichén Itzá gab). Dort traten jeweils zwei Personen aus der Oberschicht gegeneinander an. Während der Gewinner zur Belohnung geköpft wurde, musste der Verlierer in die Unterschicht absteigen. Als Barbara unsere sichtlich entgeisterten Gesichter gesehen hat, erläuterte sie, dass es für die Oberschicht deutlich schlimmer gewesen sei, in die Unterschicht abzusteigen, anstatt zu sterben. Zudem seien die Azteken noch brutaler vorgegangen. Ah, ja denn, alles halb so schlimm 🥲.

Nach dem wir die Ruinen besichtigt hatten, führte uns Barbara noch durch den Dschungel und zeigte uns die Teile der Ruinen, welche noch nicht ausgegraben worden waren. Es war immer wieder spannend, zwischen all dem Dickicht, Steine und Mauern zu sehen, welche auf Bauten hinweisen. Zudem haben wir auf der Dschungeltour einige (verdammt laute) Affen und Vögel gesehen.

Den Rückweg zum Colectivo sind wir teilweise zu Fuss entlang von Wasserfällen und weiteren Ruinen gegangen.

Nachmittags wollten wir ursprünglich noch die Wasserfälle Agua Azul anschauen, aber sahen dann davon ab, weil es erstens zu stressig war und zweitens hat es zuvor geregnet und dann sollen die Wasserfälle nicht mehr so türkisblau sein wie sonst jeweils. Zudem stand uns am nächsten Tag bereits die nächste Busreise bevor und da waren wir froh um jede Minute, in der wir nicht noch zusätzliches Programm hatten.
San Cristobal de las Casas
San Cristobal liegt wie Palenque im Bundesstaat Chiapas. Auch auf der Karte sieht es so aus, als lägen die beiden Orte nahe zusammen. Die Busse des öffentlichen Verkehrs nehmen aber einen riesigen Umweg in Kauf, da die direkte Strecke sehr kurvig ist und immer wieder von Strassensperren der dortigen Bevölkerung heimgesucht wird. Ausserdem sollen dort auch Drogenkartelle aktiv sein, was die Strecke nicht wirklich sicherer macht. Für uns bedeutete das aber eine 11-stündige statt 5-stündige Busfahrt.

San Cristobal hat uns vom ersten Moment, als wir einen Fuss in die Stadt gesetzt haben, gefallen. Wie schon andere Städte in Mexiko, hat auch San Cristobal viele herzige, bunte Häuschen, welche die Stadt gleich charmanter aussehen lassen. Das Klima war aber anders als zuvor, da San Cristobal auf ca. 2’100 Metern über Meer liegt. Wir hatten nur 3 Nächte in der Stadt und da das Umland relativ viel bietet, war unser Programm dementsprechend auch vollbepackt.
Cañón del Sumidero
Am ersten Tag wollten wir den nahegelegenen Cañón del Sumidero besuchen. Der Anfang verlief etwas holprig, da unser Tour-Amigo uns vergessen hatte. Etwa eine Stunde später konnten wir uns dann doch noch einer Tour anschliessen. In einem halsbrecherischen Tempo beförderte uns der Fahrer via Tuxla Gutierrez zu den Aussichtspunkten des Cañóns del Sumidero. Denn dieser Canyon besitzt bis zu 1’000 Meter hoch aufragende Felswände und dementsprechend ist auch die Aussicht gewaltig.

Nachdem wir genügend Zeit bei den Aussichtspunkten verbracht haben, ging es weiter zu einem Hafen. Dort tauschten wir unseren Bus gegen ein Boot ein, um die Schlucht vom Fluss aus betrachten zu können. Bevor die Bootstour richtig losgehen konnte, hielten wir bei einem Bar-Boot, wo wir mit Micheladas, Bier und Chips versorgt wurden.

Der Teil mit dem Bier ist mässig clever. Das Boot besitzt nämlich keine Toilette und die Fahrt dauert ziemlich lange. Nach der Verpflegungsstation zeigte uns der Kapitän eine Insel, die zum Bersten voll war mit Vögeln.


Das kannten wir bereits von den Galapagos-Inseln, war aber trotzdem nett anzusehen. Erst dann ging es los mit dem eigentlichen Canyon. Dieser war schon eindrücklich von oben, aber wenn man sich zwischen den Felswänden befindet, ist das ganze doch noch einmal spektakulärer.

Unterwegs haben wir nebst den netten Aussichten auf den Canyon auch Affen und Krokodile gesehen, was recht cool war. Die Tour hat im sehr touristischen Ort «Chiapa de Corzo» geendet, wo wir etwas mehr Zeit als notwendig verbracht haben.

Auch wenn der Beginn der Tour etwas holprig verlaufen ist, hat sich der Ausflug doch sehr gelohnt. Der Cañón del Sumidero war eines unserer Lieblingsziele in Mexiko. Den Abend liessen wir bei einer Flasche Wein (endlich wieder mal) und Tapas in San Cristobal ausklingen 🥳.
Wasserfall El Chiflón
Am nächsten Tag hatten wir wieder Grosses vor und wollten uns den Wasserfall El Chiflón anschauen. Der Wasserfall wäre am einfachsten mit einer Tour zu erreichen, doch diese Touren gehen leider nicht nur dorthin, sondern auch zu einer Seeregion und kurz über die Grenze nach Guatemala. Wäre per se nicht schlimm, wenn die ganze Tour dadurch nicht 13 Stunden dauern würde. Daher nahmen wir uns vor, den Wasserfall mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
Das bedeutete, dass wir zuerst 2 Stunden mit dem Bus in die Ortschaft Comitán de Domínguez fuhren und dort aufs Colectivo wechselten. Wir mussten ca. 15 Minuten warten, bis das Colectivo dem Fahrer genug voll zur Abfahrt war. Im Gegensatz zu den bisherigen Colectivos waren wir die einzigen Nicht-Mexikaner und alle Einheimischen schienen auf dem Weg an irgendeinen Markt gewesen zu sein. So sind nebst Kevin, mir und ca. 6 Mexikanern unglaublich viele Kisten Gemüse in den kleinen Bus gequetscht worden.

Nach weiteren 45 Minuten sind wir endlich bei den Wasserfällen angekommen und nachdem wir uns mit einer Mahlzeit versorgt hatten, nahmen wir die kleine Wanderung dem Fluss entlang in Angriff. El Chiflón ist nicht nur ein einziger Wasserfall, sondern besteht aus 7 kleineren und grösseren Wasserfällen.

Wir haben zuvor auf den Bildern schon gesehen, dass das Wasser unglaublich helltürkis sein soll, waren dann aber vor Ort doch sehr positiv überrascht (auf vielen Bildern wird ja sonst noch nachgeholfen). Schwitzend stiegen wir die Stufen zum Hauptwasserfall empor, wo wir von all dem Dunst eine angenehme Erfrischung erhalten haben. Fototechnisch gesehen, haben aber die kleineren Wasserfälle sowie gewisse Aussichtspunkte mehr hergegeben.

Auf dem Rückweg badete ich noch kurz im Fluss, während Kevin sich nicht ins kalte Wasser gewagt hat. Auch wenn die An- und Rückreise etwas umständlich waren, hat sich der Ausflug doch sehr gelohnt.

Den letzten Tag in San Cristobal verbrachten wir damit, uns die Stadt noch etwas genauer anzuschauen, bevor wir dann am Abend mit dem Nachtbus an die Pazifikküste fuhren.

Zipolite
Da es sich bei unserem Nachtbus um einen normalen Car handelte, der einfach die Nacht hindurch fuhr und wir mit lauten, stinkenden Sitznachbarn gesegnet worden sind (Touris, keine Mexikaner), war die Fahrt recht unangenehm. Dazu kam, dass ich mir wohl einen Magendarm-Chäfer aufgeschnappt hatte und mir nicht gerade wohl war. So waren wir ausserordentlich dankbar, als wir es endlich in das Küstendörfchen geschafft hatten.
Dorthin sind wir einem Tipp von Beni gefolgt, der gesagt hat, dass es ihm strandtechnisch dort am besten gefallen hat und Zipolite im Gegensatz zum benachbarten Mazunte (dort wollten wir zuerst hin) über keine coolere als coole Hippies verfügt. Davon hatten wir nämlich in Tulum schon genug. Nein, in Zipolite verweilen stinknormale Hippies und zudem verfügt der Ort über einen FKK-Strand. Abends sind die Strassen autofrei und voller Leute, die ihr Kunsthandwerk verkaufen oder (wie in Trance) tanzen. War witzig anzusehen. So stelle ich mir heutige Touristenhochburgen in den 70er Jahren vor.

Am nächsten Tag frühstückten wir in der Nähe des Strandes und schauten einem Cowboy in Hotpants zu, wie er seinen Stock suchte 😆. Auch wir waren selbstverständlich bestürzt, dass der einfach verschwunden war 🧐. Danach gingen wir an den mehrheitlich spärlich besuchten Strand und verweilten dort einige Stunden. Übrigens badeten die wenigsten Menschen effektiv nackt. Bei denen, die ihre Geschlechtsteile doch spazieren führten, handelte es sich meistens um alte, weisse Männer.
Puerto Escondido
Nach zwei Tagen Zipolite fuhren wir weiter in den etwas grösseren Ferienort Puerto Escondido. Dieser verteilt sich über mehrere Kilometer dem Strand entlang und ist um einiges ruhiger als die Ferienorte an der Karibikküste.
Viel gemacht haben wir in den drei Tagen nicht, ausser dass wir sehr gute Tacos und Burritos gegessen haben und den Tag durch jeweils die Bucht um den «Playa Carrizalillo» aufgesucht haben. Wenn man sich dort in die Sonne gelegt hat, war man wegen der Hitze nach 5 Minuten schon klitschnass, ohne dass man im Wasser war. Zumindest Kevin hat wie eine Ölsardine ausgesehen 😅.

Dort lernten wir beim Sonnenbaden auch ein sehr unterhaltsames Paar kennen, wobei er über einen aussergewöhnlichen Sonnenbrand verfügte (er ist Ire). Nachdem sie ihm am Vortag den Rücken eingecremt hatte und noch 1-2 Handabdrücke auf der Vorderseite hinterliess, war er zu faul für den Rest. Man konnte eindrücklich sehen, dass selbst die Handabdrücke von Sonnencreme besser sind als gar nichts. Weil die Strandbars um 17.00 Uhr einfach alles schliessen und die Liegestühle zusammenräumen, machten wir uns dann irgendwann gemeinsam auf den Weg zu einem Taco-Restaurant, um den Tag ausklingen zu lassen.

Die Pazifikküste hat im Normalfall höhere Wellen als die Karibikküste. In der Bucht war man davon etwas abgeschirmt, dennoch waren die Wellen nicht gerade klein. Erfahrung damit habe ich gemacht, als ich ins Wasser wollte und von einer überraschend grossen Welle so ausgeknockt wurde, dass ich gleich wieder an den Strand zurückgeschwemmt worden bin. Spass hat es auf jeden Fall gemacht 😂.
Abends haben wir jeweils direkt bei dem Strand vor unserer Haustür (Playa Zicatela) den Sonnenuntergang angeschaut, das Treiben beobachtet und ein Bier genossen. Mit Treiben meine ich spielende Hunde. Dadurch haben wir fast verpasst, dass etwas weiter draussen im Meer einige Wale am Plantschen waren. Ein spazierendes Paar hat uns netterweise darauf aufmerksam gemacht.


Damit war unsere Zeit an der Pazifikküste leider schon vorbei. Im Nachhinein hätten wir dort lieber noch etwas mehr Zeit verbracht. Jäno, nun stand uns die letzte ultra-lange Busfahrt nach Oaxaca bevor.
Oaxaca
Puerto Escondido und Oaxaca sind Teil desselben Bundesstaats und liegen luftlinientechnisch auch nicht weit auseinander. Da aber dazwischen ein Gebirge mit kurvenreichen Strassen liegt, fährt dort der Bus nicht durch und man muss einen riesigen Umweg bewältigen. Ursprünglich hat es geheissen, dass die Busfahrt 11 Stunden dauert, was wahrscheinlich Mittagspausen der Fahrer sowie die üblichen Strassenblockaden nicht berücksichtigt. So dauerte es schliesslich 13 Stunden, bis wir endlich in Oaxaca angekommen sind.

Oaxaca ist einerseits bekannt für die abwechslungsreiche Küche und andererseits für die Herstellung von Mezcal (ein Agavendestillat, ähnlich wie Tequila). Am ersten Abend haben wir dies gleich ausgenutzt, indem wir Pizza mit Bier genossen 😆. Da wir aber 5 Tage in der Stadt Oaxaca hatten, war noch mehr als genug Zeit, die lokale Küche kennenzulernen.

Die ersten beiden Tage haben wir nicht viel gemacht, ausser durch die Stadt zu spazieren, zu essen und den lokalen Markt zu besuchen. Das erste Mal Mole zu probieren, grenzte fast an eine Offenbarung. Mole ist eine Sauce, die aus bis zu 50 Zutaten besteht (unter anderem Chili, manchmal auch Kakao) und über Tage, Wochen oder teilweise sogar Jahre eingekocht wird. Das Endergebnis ist eine leicht scharfe, süsse und würzige Sauce, die man eigentlich ohne irgendwas auslöffeln könnte.

Die Stadt selbst hat uns gleich sehr gut gefallen, da man eigentlich alles zu Fuss machen kann, es viele Kaffees und Restaurants gab und die bunten Häuser positiv zum Stadtbild beitragen.
Mezcaltour
Für den dritten Tag haben wir uns eine Mezcaltour gebucht, weil wir das Destillat etwas genauer kennenlernen wollten. Für das sind wir ins nahegelegene Dorf Matatlan gefahren, wo ein grosser Teil des weltweiten Bestandes an Mezcals hergestellt wird.

Zuerst lernten wir den traditionellen Herstellungsprozess kennen und durften uns u.a. auch mit der Axt über die geernteten Agaven hermachen. Danach probierten wir 13 Mezcalsorten, wobei einige besser als andere waren. Darunter war auch ein Mezcal mit Würmern (in dieser Gegend werden traditionell Würmer und Heugümper gegessen).
Nach einem kurzen Abstecher aufs Agavenfeld, wo wir die Agavensträucher mit der Machete trimmten, gings weiter zum Mittagessen. Dort trat eine mexikanische Musikgruppe auf, die zwar gut war, aber aufgrund der Lautstärke konnten wir uns kaum mit unseren Tischnachbarn unterhalten. Im Grossen und Ganzen war die Mezcaltour aber echt lässig.

Kochkurs
Nachdem wir uns mit dem Mezcal vertraut gemacht haben, wollten wir noch wissen, wie man denn die lokalen Gerichte auch kocht. Zu diesem Zweck wurden wir im Stadtzentrum abgeholt und an einen Ort ausserhalb der Stadt gebracht. Angefangen hat der Kurs damit, dass wir uns durch den Mezcalbestand der Familie von Sonia (der Kursleiterin) getrunken haben. Dann konnte der eigentliche Kochkurs starten.

Ausgerüstet mit einer hübschen Schürze begaben wir uns in die Outdoor-Küche, die gleich an den schönen Garten der Familie gegrenzt grenzte. Zuerst haben wir die Chilis und Tomaten für die Salsas und die Mole über den Holzkohlen geröstet. Danach haben einige unserer Gruppe, die Zutaten der Mole (hauptsächlich Kräuter) auf einem Stein gemörsert (oder vermahlen, wie auch immer man den Vorgang nennen möchte). Dann stellten wir aus einem frischen Teig Tortillas her, die wir dann entweder einfach so über dem heissen Stein gegrillt oder mit dem typischen Käse von Oaxaca sowie Gemüse gefüllt und dann auch gegrillt haben. Zuletzt haben wir in einem Mörser verschiedene Salsas frisch zubereitet.
Als alles vorbereitet war, wurden uns die verschiedenen Gänge serviert (Tostadas, Memelas, Tetelas, Mole Negro, Mole Verde und zuletzt ein kleines Dessert). Die Speisen waren unglaublich lecker, jedoch muss man an dieser Stelle schon erwähnen, dass viele der Speisen, die eine Tortilla enthalten, relativ ähnlich sind. Das heisst, die Form ist vielleicht anders, aber die Zutaten sind fast dieselben. Dennoch hat uns der Kochkurs sehr gefallen und uns noch einen besseren Eindruck der lokalen Kultur und Küche verschafft.
Zurück in der Stadt haben wir mit einem unterhaltsamen, amerikanischen Pärchen eine Cantina aufgesucht und einige Biers genossen. Damit war unsere Zeit in der bunten, kulinarisch abwechslungsreichen Stadt leider schon vorbei und unsere letzte Station auf unserer gemeinsamen Reise stand bevor.



Mexiko City
Da wir die langen Busreisen etwas satt hatten, buchten wir uns für den Weg nach Mexiko City einen Flug. Dort angekommen, wurden wir erstmals vom Regen und gemässigterem Klima begrüsst. Danach begann die mühselige Diskussion mit den Taxifahrern um den Preis. Wie überall in Mexiko gab es auch in der Hauptstadt keine Taxameter. Zum Glück konsultierte ich noch kurz Uber (gabs bisher nirgends in Mexiko), was damit endete, dass wir einen Viertel des Taxipreises bezahlten. Abends gingen wir nur noch kurz was essen und fielen danach in die Federn.

Den nächsten Morgen gingen wir ruhig an. Als wir gefrühstückt und fertig gezoomt hatten, schauten wir uns die Altstadt von Mexiko City an.

Gewisse Gebäude waren recht eindrücklich, wobei andere meines Erachtens eine dringende Bearbeitung mit dem Hochdruckreiniger notwendig gehabt hätten. Da es Sonntag war und viele Mexikaner selbst Ferien hatten, war die Stadt rappelvoll.

Teotihuacán
Am nächsten Morgen standen wir früh auf, um uns die Pyramiden von Teotihuacán anzuschauen. Diese liegen in der Nähe von Mexiko City und gehören zu den bedeutendsten Ruinenmetropolen Amerikas. Zuerst fuhren wir mit dem Uber zum Busterminal, worauf wir dann in den Bus wechselten, der uns zu den Pyramiden brachte. Die Fahrt wurde netterweise musikalisch von einem Herrn mit Gitarre begleitet, der nicht näher bei Kevin hätte stehen können. Nach einer Stunde und mit einem Hörschaden (zumindest Kevin) auf dem rechten Ohr, ergatterten wir uns die Parktickets (die einen Bruchteil von Chichén Itzá gekostet haben).

Die Anlage ist sehr gross. Man geht davon aus, dass zum Höhepunkt der Entwicklung von Teotihuacán (irgendwann zwischen 100 bis 650 n. Chr.) bis zu 200’000 Menschen in der Stadt gelebt hatten. Wir schauten uns eine nach der anderen Pyramide an, die teilweise doch recht weit auseinander gelegen haben. Da wir bereits im Vorhinein viel über die Ruinen gelesen hatten und auch nicht viel mehr überliefert ist, entschieden wir uns gegen eine weitere Tour.

Anschliessend machten wir uns auf den Rückweg in die Stadt (erneut mit musikalischer Unterhaltung) und genossen Tacos und Churros im Stadtteil Roma Norte.

Roma Norte
Den nächsten Tag verbrachten wir mit einem Spaziergang durch den hippen Stadtteil Roma Norte und Teile von Condesa. Für mich sind diese Stadtteile, die voller Restaurants, Kaffees und Parks sind, wie eigene kleine Städtchen in einer Riesenmetropole. Zudem hat uns Roma Norte etwas an Palermo in Buenos Aires erinnert.


Am Abend hatten wir Tickets, um uns Lucha Libre anzuschauen – mexikanisches Wrestling. Auch wenn alles gestellt ist, waren die Show und der Einsatz der mexikanischen Zuschauer super unterhaltsam. Die Halle war zwar nicht einmal zur Hälfte gefüllt, dennoch war die Stimmung top.
Coyoacán
Den letzten Tag verbrachten wir zumindest teilweise im Stadtteil Coyoacán, welcher als der Kunstdistrikt von Mexiko City gilt. In diesem Stadtteil liegt auch das ehemalige Haus der Künstlerin Frida Kahlo, welches heute ein Museum ist.

Wir schauten uns das Zentrum sowie den Markt von Coyoacán an und schossen vor dem blauen Haus von Frida Kahlo einige Fotos. Reingegangen sind wir nicht, da dort effektiv nur ausgestellt ist, wie sie gelebt hat. Ihre Kunst ist an einem anderen Ort ausgestellt.

Von dort aus fuhren wir zurück nach Roma Norte, wo ich mir unbedingt nochmals (vegane) Tacos gönnen wollte. Zudem hat sich Kevin am lokalen Markt noch die schärfste aller Saucen ergattert, um auch zuhause sein Spice-Niveau halten zu können (Nachträgliche Ergänzung: Die Sauce war leider nicht allzu scharf).


Unseren letzten Abend liessen wir bei Wein und gutem Essen ausklingen. Damit waren mehr als 6 Monate Reise schon vorbei. Und auch wenn das heisst, dass wir beide bald wieder zur Arbeit zurückkehren werden, verabschieden wir uns doch nicht allzu lange vom Reiseleben. Ihr könnt also bereits im Herbst auf neue Abenteuer von uns gespannt sein.























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