Bolivien

Bolivien war ursprünglich unser erstes Ziel auf unserer Weltreise. Die Pandemie und Einreisebedingungen machten uns jedoch vorerst einen Strich durch die Rechnung. Nach den Galapagosinseln traten wir die Reise nach Bolivien nun endlich an.

Die Reise von den Galapagos nach La Paz war kein Zuckerschlecken. Insgesamt viermal mussten wir ins Flugzeug ein- und aussteigen. Zuerst sind wir nach Guayaquil zurückgeflogen und dann hat unser vermeintlicher Direktflug nach Santa Cruz de la Sierra in Bolivien einen Zwischenhalt in Bogota, Kolumbien eingelegt, wo wir erneut eine Sicherheitskontrolle über uns ergehen lassen mussten. Wir waren schon die ganze Nacht unterwegs (auf Sitzen, die man nicht herunterlassen konnte), als wir dann am Morgen früh unseren letzten Flug von Santa Cruz nach La Paz antraten. Ich will ja nicht sagen, dass sich die Strapazen der Reise in meiner Laune widerspiegelt haben (lol), aber Kevin musste etwas tapfer sein. Überraschenderweise hat uns die Dame bei der Einreise noch mitgeteilt, dass wir gar nicht in die Quarantäne müssen, was das Blatt dann etwas gewendet hat.

Anflug auf La Paz

La Paz

Ursprünglich hatten wir angenommen, dass wir nach der Einreise 10 Tage in Quarantäne müssen und haben uns darum einen Spanischkurs inkl. Homestay in La Paz gebucht. Das wollten wir dennoch durchziehen, da es mit unserem Spanisch noch etwas haperte. So verbrachten wir einen grossen Teil der Tage in La Paz mit Unterricht, Essen und ins Fitness gehen. Yep, sogar ich :). Die erste Fitness-Session auf 3’700 Metern über Meer hat mir jedoch so zugesetzt, dass ich mich am Folgetag ausruhen musste, um wieder anständig atmen zu können. Abgesehen davon, hat uns die Höhe nicht so stark zu schaffen gemacht, wie wir befürchtet hatten. Ausserdem sind wir alleine mit dem Treppensteigen in unserem Wohnblock fit geblieben. Wir durften in der Wohnung unserer Spanischlehrerin Celia wohnen, die sich im 7. Stockwerk befunden hat. Der dazugehörige Lift funktionierte anfänglich noch sporadisch und zuletzt gar nicht mehr. Daher erklammen wir die Treppen mehrmals täglich. In den ersten Tagen haben wir nicht viel mehr gesehen als unser Stadtviertel Sopocachi (welches jeden Abend von Demonstranten heimgesucht worden ist). Das erste Wochenende haben wir dann voll durchgeplant mit Touren.

Valle de las Animas

La Paz ist umgeben von Bergen, daher bietet die Stadt in der näheren Umgebung einiges. Gleich in einem Vorort der Stadt liegt das Valle de las Animas –  das Tal der Seelen. Dieses Gebiet beeindruckt durch seine geologischen Felsformationen in Form von Türmen oder Nadeln, die sich zu Hunderten in Reihen auftürmen. Die grösste Herausforderung war es, dort hinzukommen, denn es gibt nicht wirklich ein öffentliches Verkehrsmittel, welches direkt vor den Eingang des Parks fährt. Wir haben uns schliesslich ein Uber geschnappt, welches uns in die Nähe des Eingangs gefahren hat. Als wir dort waren, mussten wir feststellen, dass es gar nicht einen wirklichen Eingang gibt, sondern lediglich eine Schotterpiste, gesäumt von Blechhütten, die irgendwann in einen Park mündete. Wir sind also durch das Tal nach hinten geschlendert, denn schneller bewegt man sich nicht, wenn man sich neuerdings auf 4’000 Metern befindet. Sehr lange waren wir die einzigen Wanderer und konnten die unglaubliche Natur in vollen Zügen geniessen. Am Schluss wagten wir uns noch etwas in die Höhe und konnten die Steinformationen von oben betrachten.

Der Weg zurück gestaltete sich etwas komplizierter. Wir mussten zurück in die nächste Ortschaft laufen, verfolgt von Streunerhunden, um einen Minibus ins Zentrum von La Paz nehmen. Dieser war zwar spottbillig, die Fahrt dauerte aber auch eine halbe Ewigkeit. Dort angekommen, schauten wir uns die Innenstadt an, die sehr belebt war. Der Hauptplatz war ganz in Ordnung. Etwas besser gefallen haben uns jedoch die verschiedenen kleinen, bunten Seitengässchen mit den vielen Lädeli. Hat man aber alles in 1-2h gesehen.

El Camino de la Muerte (Todesstrasse)

Die Nacht davor konnte ich kaum schlafen, weil ich wusste, was uns Folgetag erwartete. Eigentlich wollte ich mir die Velotour der Todesstrasse entlang nicht antun, da ich doch relativ risikoavers bin. Aber ich habe auch immer wieder gehört, wie toll die Tour sowie die Aussicht sein soll, also habe ich mich überwunden. So sassen wir also am Sonntagmorgen in einem Bus, welcher uns und die Bikes auf 4’700 M. ü. M. nach La Cumbre brachte (nachdem wir zuerst eine Strassensperre umfahren mussten). Die ersten 30 Kilometer der Strecke sind asphaltiert und die Aussicht war der absolute Wahnsinn. Kurz getrübt wurde sie, als wir im Tal unten einen völlig zerstörten Bus gesehen haben, der vor ca. 10 Jahren die Kurve nicht erwischt hatte.

Aussicht bei „La Cumbre“ auf ca. 4’700 M.ü.M.

Nach den 30 Kilometern erreichten wir dann schliesslich die offizielle Todesstrasse. Diese Strasse war bis 2006 der einzige Weg um von La Paz in den Norden von Bolivien (die Yungas) zu gelangen. Während heute nur noch einige Personen die Strecke mit Bikes, Motorrädern oder zu Fuss bezwingen, fuhren bis 2006 Autos, Cars und Lastwagen in beide Richtungen. Wohlgemerkt, die Strecke ist ungeteert, knapp 3 Meter breit an vielen Stellen und links geht es teilweise bis zu 400 Meter das Loch runter. So passierte es relativ oft, dass Fahrzeuge die Strecke nicht unversehrt bezwingen konnten und die Strecke ihren wohlverdienten Namen bekam. „Witzig“ fand ich ja, dass es an den breiten Stellen der Strasse Abschrankungen vor dem Abgrund hat, aber an den schmalen, kritischen Stellen nicht, da man sich ja sonst nicht mehr kreuzen könnte.

Aussicht auf den Camino de la Muerte

Wir bezwangen die Strecke Stück für Stück und unser Guide liess uns vor jedem Streckenabschnitt wissen, was uns auf den nächsten Metern erwartet. Je weiter wir nach unten fuhren, desto tropischer wurde es und nicht selten fuhren wir unter Wasserfällen durch. DIe Aussicht war fantastisch, auch wenn mir teilweise etwas mulmig wurde ;).

Ab Kilometer 18 konnten wir leider nicht mehr weiterfahren, da ein Bergrutsch die gesamte Strasse verschüttet hatte. Das bedeutete, dass unsere Bikes aufs Dach des Begleitfahrzeugs geladen wurden und wir die gesamte Todesstrasse wieder hochfuhren. Währenddessen erzählte uns der Guide Geschichten von diversen tödlichen Bikeunfällen auf der Strasse, die er teilweise selbst miterlebt hatte. Ich war doch sehr froh, als wir wieder auf der befestigten, normalen Strasse waren. Da wir die Tour nicht mit dem Bike zu Ende fahren konnten, sind wir die neue Strasse mit dem Auto hinunter und haben in einem Tierheim am Fluss zu Mittag gegessen (um 16 Uhr!). Das hat sich nur so mittel gelohnt, da wir nachher noch ca. 3h nach La Paz zurückfahren mussten. Ich kann die Tour jedem empfehlen, aber für schwache Nerven ist es definitiv nichts.

Die restlichen Tage in La Paz haben wir nicht mehr soviel gemacht, abgesehen von einer Gondelifahrt von La Paz nach El Alto (Teleférico Rojo). Diese Gondeln sind Teil des öffentlichen Verkehrsnetzes von La Paz und die Aussicht auf die Stadt ist super.

Salar de Uyuni

Am Freitagabend schnappten wir uns den Nachtbus von La Paz nach Uyuni, wo uns eine Tour auf dem grössten Salzsee der Welt erwartete. Dieses Reiseziel hatte für uns beide oberste Priorität, seit dem wir vor ca. 5 Jahren einen kurzen Abstecher nach Bolivien gemacht haben und die Zeit für den Salzsee nicht gereicht hatte. Die Busfahrt dauerte ca. 9h und war recht komfortabel. Um 6 Uhr in der früh wurden wir am Busbahnhof Uyuni abgeholt und ins Büro des Touranbieters gebracht. 

Tag 1

Nach einer längeren Wartezeit gingen wir dann um 10 Uhr los, in Richtung des Train Graveyard (Eisenbahnfriedhof). Diese Züge wurden früher benutzt, um Silber und Salz zu transportieren und exportieren. Aufgrund von Grenzstreitigkeiten mit Chile mangelt es aber inzwischen an einem Meeresanschluss, der Export via Chile wäre zu teuer und die Züge werden nicht mehr genutzt.

Der nächste Halt war bei einer Salzproduktion, wo wir die wenigen Schritte der Salzgewinnung bis hin zur Verpackung sehen konnten. Zu Mittag haben wir in einem ehemaligem Salzhotel gegessen, bevor es dann endlich auf die eigentliche Salzwüste ging.

Zwischenstopp beim Salzhotel inkl. unserem vollbeladenen Jeep

Der Salar de Uyuni liegt auf ca. 3’700 Metern und ist mit seinen mehr als 10’000 Quadradkilometern die grösste Salzwüste der Erde. Etwa 40 Minuten sind wir auf dem Salzsee gefahren, bevor wir dann Halt gemacht haben, um witzige Perspektivenfotos zu erstellen. Während der Fahrt konnten wir immer wieder kleine Berge und Erhebungen im Salzsee sichten, die aufgrund der Hitze so ausgesehen haben, als würden sie schweben. 

Nachdem die Fotos geschossen wurden und ich schon einen ordentlichen Sonnenbrand auf den Schultern hatte, fuhren wir weiter zur Insel Incahuasi, die sich mitten auf dem Salzsee befindet und von hunderten Kakteen geziert wird. Vom höchsten Punkt der Erhebung hat man eine spektakuläre 360-Grad Sicht auf die Weiten des Salar de Uyuni.

Die Insel Incahuasi

Während viele der Tagestouren nun nach Uyuni zurückkehrten, konnten wir den Sonnenuntergang bei traditioneller bolivianischer Musik begleitet von bolivianischem Wein geniessen. Wobei der Wein sosolala war, aber über das sehen wir jetzt mal hinweg :). Nach dem die Sonne untergegangen war, fuhren wir noch ca. 1h zu unserem Salzhotel am Rande des Salzsees. Wir haben mit einer sehr einfachen Unterkunft gerechnet und waren dann positiv überrascht vom gemütlichen Hotel, bei dem tatsächlich alles aus Salz war (jep, ich habe den Test mit der Zunge gemacht).

Tag 2

Am zweiten Tag mussten wir früh morgens wieder bereit stehen, was sich mässig gelohnt hat. Wie immer in Bolivien, sind die Zeitangaben eher ein grober Richtwert. Darum mussten wir noch etwas warten (weiss immer noch nicht auf was), bevor der zweite Tag dann offiziell startete. Wir entfernten uns vom Salzsee und durchquerten verschiedene Wüstengebiete, bevor wir dann zu der Ersten von vielen Lagunen gelangten (Laguna Cañapa).

Nicht nur war die Lagune sowie die umliegende Landschaft wunderschön, sondern in der Lagune selbst waren hunderte von Flamingos heimisch, die wir aus nächster Nähe bewundern konnten. Wir sind dann im Laufe des (Vor-) Mittags noch 2-3 weiteren Lagunen entlanggefahren, die nicht weniger schön waren (Laguna Hedionda, Laguna Chiarcota und Laguna Honda).

Wüste Siloli

Nach dem Mittagessen durchquerten wir die Wüste Siloli, die auf über 4’500 Metern über Meer an der Grenze zu Chile liegt. Offenbar dienen diese Routen durch die Wüste nicht nur touristischen Zwecken, sondern sie werden gemäss unserem Guide auch zum Transport von Drogen von Bolivien nach Chile genutzt. Irgendwo auf dem Weg machten wir einen kurzen Halt, um Viscachas (eine Art Hase/Chinchilla) zu füttern. Diese sind sich das wahrscheinlich gewohnt und dementsprechend recht zutraulich.

Bevor wir dann endlich zur Laguna Colorada gelangten –  dem Highlight des Tages (oder unserer Bolivienreise) – hielten wir beim Stone Tree. Genau, ein „Baum“ aus Stein. War ok, aber hat uns jetzt nicht aus den Socken gehauen. Die Laguna Colorada hingegen schon. Diese Lagune trägt diesen Namen, da sie aufgrund von Algenbeständen und einem hohen Mineralstoffgehalt rot ist. Dies wird besonders von Wind, der die Mineralien aufwirbelt, begünstigt. Zudem leben tausende Flamingos in der Laguna Colorada.

Die Lagune schimmerte aber nicht nur rot, sondern an gewissen Stellen auch hellblau, gelb und weiss. Wir waren echt überwältigt von der Landschaft und hätten Stunden dort verbringen können.

Leider war es schon spät am Nachmittag und unser Guide wollte uns noch unbedingt die Geysire auf dem Weg zur Unterkunft zeigen. Die waren auch ganz in Ordnung – halt heisse Luft die ohrenbetäubend aus dem Boden tritt und nach faulen Eiern stinkt. Als wir dann endlich in der Unterkunft waren, genossen wir in unserer Gruppe die paar Flaschen Wein, die wir auf dem Weg ergattert haben. Auch dort vermochte uns der bolivianische Wein nicht wirklich beeindrucken, aber nach einigen Gläsli war das dann auch Nebensache.

Tag 3

Am nächsten Morgen, mit einem etwas dussligen Kopf (wir schieben es mal auf die Höhe – wir haben ja auf 4’300 Metern übernachtet), düsten wir los, um die Salvador Dali Wüste zu begutachten. Salvador Dali soll von dieser Wüste inspiriert worden sein und daher trägt sie ihren Namen (obwohl es auch hiess, dass er wohl nie da gewesen war). Es ist schon ziemlich beeindruckend, auf 4’500 Metern in einer Wüste zu stehen, jedoch ist die Landschaft daher auch sehr karg. Es gibt rundherum einige Berge und hin und wieder zeigten sich einige schüchterne Vicuñas in der Ferne (eine Art Lama). Von dort aus fuhren wir zur Laguna Verde, die sich ähnlich wie die Laguna Colorada verfärbt aufgrund von Algen und Mineralien. In diesem Fall halt einfach grün. Leider war es so windstill, dass die Mineralien nicht aufgewirbelt worden sind. War aber trotzdem sehr eindrücklich.

Laguna Verde

Von dort aus mussten wir den weiten Weg zurück nach Uyuni antreten. Wir haben unterwegs nochmals an der Laguna Colorada zum Mittagessen gehalten und ab und zu eine Pipipause eingelegt, aber insgesamt dauerte die Fahrt etwa sieben Stunden. Und das auf holprigen, nicht befestigten Strassen. Wir waren dann froh, als wir nach Sonnenuntergang endlich in Uyuni waren und erschöpft ins Hotel konnten.

Irgendwo auf der Rückfahrt

Tag 4

Da Kevin und ich uns gedacht haben, dass die Salzwüste eines unserer favorisierten Ziele der Reise war, würde es sich lohnen, noch einen Extratag einzulegen. Etwas genervt von unserem Entscheid (da wir nicht so erpicht drauf waren, nochmals einen Tag im Jeep zu verbringen), sassen wir am nächsten Tag also wieder genau dort. Etwa 2 Stunden brausten wir über die Salzwüste, um uns Höhlen anzusehen. Diese haben sich dann aber als ausserordentlich interessant herausgestellt, da die Wände aus toten Korallen bestanden (Long story short: früher war der Salar ein Anden-Binnenmeer, welches ausgetrocknet ist). Danach ging es zurück auf den Salar de Uyuni selbst, wo wir zu Mittag gegessen haben, bevor wir uns dann noch den Vulkan Tunupa von näherem angesehen haben.

Sicht auf den Vulkan Tunupa von der Insel Incahuasi

Der war durchaus interessant, aber am besten haben mir die vielen Lamas auf dem Berg gefallen :). Wieder zurück in Uyuni hat es eine ausserordentlich schlechte, aber dafür teure Pizza zum Abendessen gegeben.

Lässige Lamas

Sucre

Unser ursprünglicher Plan war gewesen, dass wir uns nach Uyuni die Städte Tupiza und Tarija – nahe der argentinischen Grenze – ansehen werden. Da es aber etwas umständlich und langwierig ist, mit den Bussen diese Städte zu erreichen, und diese mangels Touristen im Moment recht unregelmässig fahren, haben wir diese Städte aus unserem Plan gestrichen. Das Ding in Bolivien ist, dass die Distanz auf der Karte oftmals nicht so gross scheint. Aber aufgrund der bergigen Landschaft und der teilweise schlechten Strassen dauert es meist ewig, um von A nach B zu gelangen. So haben wir uns also in der Früh einen Bus nach Potosi geschnappt, wobei die Fahrt erstaunlicherweise nur 3 Stunden gedauert hat. Die Stadt ist bekannt für ihr Mineralvorkommen und gehörte mal zu den grössten Städten der Welt. Wir haben jedoch auch gehört, dass die Stadt keinen Besuch Wert sei. Als wir dann am Busbahnhof vernommen haben, dass bald ein Bus nach Sucre fahren wird, haben wir nicht lang gezögert und das Busticket gekauft, anstatt noch die Stadt zu besichtigen, wie wir zunächst geplant hatten. Vier Stunden später kamen wir in Sucre an und da die Stadt „nur“ auf rund 2’800 Metern liegt, haben wir sofort das angenehmere Klima wahrgenommen.

Sucre ist die konstitutionelle Hauptstadt Boliviens und hat mit ihren weissen Gebäuden und gepflegten Plätzen etwas europäisches Flair. Wir hatten ursprünglich 4 Nächte in der Stadt geplant und sind schlussendlich 5 geblieben, einfach weil uns die Stadt so gefallen hat. Unsere Tage haben wir nicht mit spektakulären Aktivitäten verbracht, es gibt in Sucre auch nicht viel zu sehen, sondern sind den Strassen und Kaffees entlang gewandert und ich konnte endlich den Blog aktualisieren. Ich kann also jedem/jeder der nach Bolivien geht empfehlen, Sucre nicht aussen vor zu lassen.

Samaipata

Als nächstes wollten wir uns das Dorf Samaipata anschauen, welches ca. 3 Stunden von Santa Cruz und 10 Stunden von Sucre entfernt lag. Statt einen Nachtbus zu nehmen, der unbequem sei und zu doofen Zeiten losfährt (und mitten in der Nacht ankommt), dachten wir es wäre schlauer, das Flugzeug nach Santa Cruz zu nehmen und dann mit dem Bus nach Samaipata zu fahren. In unserem Plan haben wir natürlich nicht berücksichtigt, dass unser Flug 5h Verspätung hat und die Reise hat darum trotzdem den ganzen Tag beansprucht. Und war teurer. Wir sind dann endlich spätabends mit unserem Uber in Samaipata angekommen. Der Uberfahrer hat nicht schlecht gestaunt, als er uns vom Flughafen Santa Cruz statt in die Stadt, in ein 3 Stunden entferntes Dorf fahren musste. Nach einem kurzen Halt bei sich zu Hause, wo er sich mit wärmeren Kleidern eingedeckt hat, fuhren wir dann endlich los. Santa Cruz liegt nur auf ca. 400 Metern und das Klima ist dementsprechend schwül und heiss, während Samaipata auf 1’600 Metern am Fusse der Anden liegt.

Kevin hat den Dessertwagen gefunden

Ich habe es genossen, endlich wiedermal in einem ruhigen Dörfchen zu sein, welches umgeben von Natur und Landschaften ist. Am ersten Tag fuhren wir mit einem Taxi (was das älteste, kaputteste war, welches wir je gesehen haben) zu nahegelegenen Wasserfällen (Cascadas de Cuevas) gefahren. Wir hatten das Glück, dass wir auf der gesamten Strecke eigentlich immer allein waren und die Umgebung in vollen Zügen geniessen konnten.

Am nächsten Tag haben wir uns eine Tour zu den Helechos Gigantes gebucht, also riesige Farne, die sich im Amboro Nationalpark befinden. Mit unserer Guidin Jaquelin haben den Wald durchquert und sind hin und wieder an einem Aussichtspunkt vorbeigekommen. Jaquelin hat auf Spanisch einiges zu Flora und Fauna zum Besten gegeben, also war die Tour für uns gleich noch eine Spanischlektion. Tiere haben wir nicht so viel gesehen (abgesehen von einigen Vögeln), dennoch hat sich die Tour vollends gelohnt. Geendet hat sie damit, dass wir auf einem Feld eines Obstbauerns einige reife Pfirsiche stibizt haben :).

Nach 3 Tagen verliessen wir Samaipata in einem Kollektivtaxi (also Kevin, ich, der Fahrer und drei andere Amigos) und fuhren nach Santa Cruz, der letzten Station auf unserer Bolivienreise.

Santa Cruz

Viel gibts nicht über Santa Cruz zu berichten, ausser dass es seeehr heiss und schwül war. Wir mussten genug Zeit in der Stadt einplanen, da wir für die Weiterreise nach Argentinien einen PCR Test brauchten und noch einige andere Sachen zu erledigen hatten. Also verbrachten wir 4 Tage in der Stadt. Santa Cruz ist zwar sehr gross mit seinen rund 1.4 Mio. Einwohnern, aber auch nicht wirklich beeindruckend. Der Stadtkern rund um die Kathedrale war herzig, aber das wars dann auch.

Insgesamt einen Monat haben wir in Bolivien verbracht und waren sehr angetan von dem Land und seinen Leuten. Nicht nur waren die Landschaften sehr eindrücklich und vielfältig, sondern auch die Leute ausserordentlich freundlich und hilfsbereit. Nach dem ganzen Monat in Bolivien freuten wir uns aber auch darauf, weiter nach Argentinien reisen, wo die Küche etwas abwechslungsreicher und der Wein etwas besser und günstiger ist.

Hinterlasse einen Kommentar