Lombok

Nach fast einem Monat Malaysia und Singapur, führte meine Reise weiter nach Lombok, einer der kleineren Inseln des Staates Indonesien. Lombok ist Teil der kleinen Sundainseln und liegt östlich der bekannten Ferieninsel Bali. Die Insel ist jedoch weit weniger touristisch und eignet sich gut zum trekken, surfen oder einfach am Strand zu liegen.

Senggigi

Begonnen habe ich den Inseltrip in Senggigi. Der Ort liegt an der westlichen Küste von Lombok. Senggigi ist zwar das touristische Zentrum der Insel, jedoch hält sich das Ganze (glücklicherweise) in Grenzen. Zusammen mit einem Mädchen aus dem Hostel mieteten wir uns Scooters und fuhren die Küste entlang in Richtung Norden der Insel. Die Küste bestand abwechslungsweise aus Sandstränden und Klippen die sich aus dem Meer erhoben. So konnten wir uns immer wieder im Meer erfrischen und die wundervolle Aussicht geniessen.

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Küstenabschnitt nördlich von Senggigi

Nach zwei Tagen wollte ich weiter in den Norden des Landes reisen, der bekannt ist für Trekkingtouren auf den Mt. Rinjani, den zweithöchsten Vulkan Indonesiens, sowie Wasserfälle und Reisplantagen. Doch soweit sollte es nicht kommen. Um 06.50 des 29. Juli wurde ich unsanft von einem Erdbeben der Stärke 6.4 wachgerüttelt, dem diverse Nachbeben folgten. Das Epizentrum lag im Norden der Insel, worauf dort Strassen beschädigt wurden, diverse Häuser eingestürzt und Leute ums Leben gekommen sind. Ich bin zum Glück mit dem Schrecken davongekommen. Daher änderte ich meinen Plan kurzfristig und buchte eine Unterkunft auf den Gili Inseln.

Gili Trawangan

Gili Trawangan ist die grösste der drei Gili Inseln und bekannt als touristische Partyhochburg. Viele Touristen von Bali fahren direkt auf die Gili Inseln ohne einen Abstecher auf Lombok selbst zu machen. Die folgenden drei Tage verbrachte ich auf Liegestühlen, in Bars oder in guten Hipster-Restaurants. Die Insel ist nicht speziell schön, aber die Sonnenuntergänge am Strand sind atemberaubend.

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Sonnenuntergang auf Gili Trawangan

Gili Air

Nach drei Tagen hatte ich genug von Gili Trawangan und schnappte mir ein Boot auf Gili Air, die etwas ruhigere Insel. Froh, dass ich die Bootfahrt überlebt hatte bei dem hohen Wellengang, verbrachte ich zwei Tage mit Yoga, Essen und Sünnele. Im Nachhinein würde ich mehr Zeit auf Gili Air verbringen, weil die Strände um einiges schöner sind, nicht alles komplett verbaut ist und die Stimmung um einiges gelassener ist als auf Gili T.

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Tetebatu

Da ich nicht in den Norden konnte, aber mir die Reisterrassen und Wasserfälle nicht entgehen lassen wollte, fuhr ich in das Dorf Tetebatu, welches südlich von Mt. Rinjani liegt. Dort habe ich mir nach drei Wochen in Hostels wieder einmal ein Einzelzimmer gegönnt, was Luxus pur war. Da es im Homestay selbst kein Essen gab, landete ich bei Link, dem Inhaber einer anderen Unterkunft. Nachdem ich die Bestellung aufgegeben hatte, bot er mir an, mit ihm zu kochen. Dieses Angebot konnte ich natürlich nicht ausschlagen und so machten wir uns auf, eine Kokusnuss für das Curry zu pflücken, schälen und weiterverarbeiten. Danach zauberten wir in seiner kleinen, unordentlichen Küche ein unheimlich leckeres Gemüsecurry, das bis heute das Beste auf meiner ganzen Reise war. So hatte ich für 5 Fr. eine Kochstunde, eine Mahlzeit und wahnsinnig interessante Gespräche mit Link.

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Verarbeitung der Kokusnuss mit heimischen Werkzeugen

Am nächsten Tag erkundigte ich mit Mo, dem Inhaber meines Homestays, die umliegenden Reisterrassen und Wasserfälle. Nach der Woche am Strand tat es echt gut, etwas Zeit in der Natur zu verbringen.

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Reisterrassen von Tetebatu
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Benang Kelambu Wasserfall
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Mini Wasserfall bei Tetebatu

Kuta

Die letzten fünf Tage wollte ich in Kuta im Süden der Insel verbringen. Am ersten Abend motivierte mich Esther, die ich in der Woche zuvor auf Gili T kennengelernt hatte, zum Abendessen zu kommen, obwohl ich mir eine lästige Grippe eingefangen hatte und eigentlich nur im Bett bleiben wollte. Rückblickend war ich echt froh, nicht im Hostel gewesen zu sein, als die Insel kurz vor 21.00 Abends erneut einem Erdbeben ausgesetzt war. Dieses Mal rüttelte es stärker als in der Woche zuvor (7.0 auf der Richter Skala). Da schnell das Gerücht eines potentiellen Tsunamis die Runde machte, flohen wir mit einer einheimischen Familie etwas ins Landesinnere. Nach 2-3 Stunden gab es eine Entwarnung und wir kehrten zurück ins Hostel. Der Süden kam relativ ungeschoren davon, während die Einheimischen im Norden alles verloren haben. In den nächsten Tagen gab es einige Nachbeben und neue Beben. Trotzdem entschied ich mich zu bleiben und bereue es auch im Nachhinein nicht.

Ich verbrachte die Zeit in Kuta mit Ausflügen zu nahegelegenen Stränden wie Tanjung Aan oder einem Tagesausflug zu den kleinen Giliinseln im Südosten von Lombok. Da dieser Teil touristisch noch fast nicht erschlossen ist, hatten wir fast den ganzen Strand bzw. das Riff zum schnorcheln für uns. Und das enttäuschte definitiv nicht.

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Tanjung Aan
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Gili Nanggu (Kleine Gilis)

Lombok war ein wirkliches Paradies und die Erdbeben mochten dies fast nicht trüben. Ich genoss, dass die Insel noch relativ ursprünglich ist und nicht von Pauschalurlaubern überrannt wird (wie Bali). Wie man jedoch so hört gibt es Pläne im Süden riesige Resorts aufzustellen und ein zweites Bali zu schaffen. Daher bin ich froh, habe ich die Insel Lombok in ihrer ruhigen, ursprünglichen Form gesehen und würde diese jederzeit gegenüber Bali vorziehen.

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